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Das Fahrwerk schonen - Darauf ist zu achten

Ein Fahrwerk, egal ob neu oder schon älter, kann schnell Kosten von mehreren hundert Euro nach sich ziehen, selbst wenn es selbst eingebaut wurde. Auch aus diesem Grund sollte bereits während der Fahrt darauf geachtet werden, dass die Belastung für die tragenden Teile nicht zu hoch wird. Mit einigen Tipps ist es möglich, dieser elementaren Baugruppe des Autos eine längere Lebensdauer zu verschaffen und damit ein erhebliches Kostenrisiko für jeden Autofahrer zu reduzieren.

Fahrwerk – Begriff

Zum Fahrwerk eines Autos gehören im Grunde alle Bauteile, die für eine Verbindung des Aufbaus/Fahrgestells mit den Rädern zur Fahrbahn sorgen. Die selbsttragende Karosserie eines Autos ist sowohl Fahrgestell als auch Großteil des Fahrzeugaufbaus. Zum Fahrwerk gehören somit

  • die Radaufhängung (Radträger, Lenker, Fahrschemel)

  • die Lenkung

  • die Federung und die Stoßdämpfer und der Stabilisator

  • die Bremsen sowie

  • die Räder mit Bereifung und das Radlager

Das Fahrwerk ist verantwortlich für die Fahrsicherheit, Fahrkomfort und die Fahrdynamik des Autos. Unter Fahrdynamik versteht man die Wirkungsweise der auftretenden Kräfte und Bewegungen am Fahrzeug. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden mit „Fahrwerk“ meist aber nur die Federn und Stoßdämpfer gemeint. Wenn von einem im Tuning eingesetzten Gewindefahrwerk die Rede ist, ist eine spezielle Fahrwerksbauart, nämlich ein Schraubfahrwerk gemeint. Hierbei wird die gewünschte Bodenfreiheit durch ein per Hand einstellbares Gewinde erreicht.

Achse Audi Q5

Die neue Fünflenker-Vorderachse des Audi Q5 mit Luftfederung und elektronischer Dämpferregelung gehört zum Besten was Fahrwerkstechnik zu bieten hat - Bild: Audi

Achte auf die Straßen

Es ist kein Geheimnis, dass die Qualität der befahrenen Straßen stets auch einen sehr großen Einfluss auf die Lebensdauer des Fahrwerks hat. Dies ist einer der Gründe, weshalb es für jeden Autofahrer so wichtig ist, bezüglich der Lebensdauer des Fahrwerks einige Punkte zu beachten.

Gerade bei schneller Fahrt müssen, bedingt durch die Fahrbahnunebenheiten, die Räder sehr schnell hintereinander Auf- und Abwärtsbewegungen ausführen, die ein Vielfaches der Erdbeschleunigung betragen können. Bei jeder Stauchung wirken deshalb auch große Energien auf das Fahrzeug ein. Die hohen stoßartigen Kräfte sind umso größer, je größer die bewegte Masse ist.

Kräfte am Kfz

Auf ein Auto wirken vielfältige Kräfte ein - Bild: BMW

Nun kommt das Fahrwerk ins Spiel: Grundsätzlich sind nämlich die Federn in Zusammenarbeit mit den Stoßdämpfern dazu da, die Stöße der Fahrbahn aufzunehmen und in gedämpfte Schwingungen umzuwandeln. Die Fahrt wird so sicherer und komfortabler. Grundsätzlich ist das Fahrwerk für kräftige Stöße gewappnet. Man kann sich aber gut vorstellen, dass es einen bedeutenden Unterschied ausmacht, mit welcher Geschwindigkeit man auf eine Bodenwelle auffährt. Vorsichtig ausgedrückt: Mit der Zeit kann eine „ruppige“ Fahrweise den Verschleiß der Komponenten des Fahrwerks begünstigen. Die Folge: Das gesamte Fahrwerk verliert an “Stabilität“, was sich natürlich auch negativ auf die Sicherheit während der Fahrt auswirkt.

Nach Möglichkeit sollte deshalb der Autofahrer grundsätzlich starken Unebenheiten auf der Straße ausweichen. Ist dies nicht möglich, so gilt es an bekannten Stellen zumindest die eigene Geschwindigkeit etwas zu reduzieren, um das Fahrwerk so zu entlasten.

 

Passe den Fahrstil an

Der Fahrstil hat wie erwähnt, neben den Eigenschaften der Fahrbahn sowie der Alterung und der Korrosion, ebenfalls einen ganz wichtigen Einfluss auf die Haltbarkeit des Fahrwerks und der Federung. Vor allem ruckartiges Bremsen und starkes Beschleunigen wirken sich auf die Dauer verschleißfördernd auf tragenden Teile und Gummilager aus. Im Bericht Gelenkspieltester werden typische Verschleißerscheinungen von Fahrwerksbauteilen aufgezählt. Dazu gehören u.a. verschlissene Traggelenke, Spurstangenendstücke, Stabilisatoren und Stoßdämpferbefestigungen genauso wie Kugelgelenke und Gummimetallteile von Quer- und Lenkslenkern. Auch Federbrüche und Einrisse in den Federaufnahmen sind nicht selten beschädigt.

Kugelgelenk defekt

Dieses defekte Kugelgelenk zeigt die belastungen, die auf die Fahrwrksbauteile wirken - Bild: ZF

Die erhöhten Kräfte, die dadurch einwirken, sorgen ihrerseits wiederum für eine verminderte Haltbarkeit. Ebenso angepasst werden sollte die Geschwindigkeit, wenn es in eine Kurve geht. Wer dagegen mit hohem Tempo in die Kurve fährt, belastet in dieser Phase vor allem die innen liegenden Teile des Fahrwerks für kurze Zeit recht stark. Grundsätzlich gilt bei diesen Punkten, dass sie sich generell erst nach längerer Zeit schädlich auswirken. Nur weil eine rasante Fahrt mit dem Auto unternommen wurde, stellen sich unter normalen Umständen noch keine bleibenden Schäden ein. Autos werden durchaus stabil gebaut, als Rennautos sind sie nicht ausgelegt. Die Fahrwerksbauteile wie z.B. Traggelenke werden heute nicht mehr auf ein Fahrzeugleben ausgelegt. Häufig sind sie nach 30 – 50.000 km schon verschlissen. Ein angemessener Fahrstil hilft deshalb durchaus dabei, zu hohe Belastungen direkt zu vermeiden.

Das Fahrwerk prüfen lassen

Pannenstatistik 2016

Die Pannen Statistik des ADAC zeigt, dass Fahrwerkskomponenten zu rund 20% an Ausfällen beteiligt waren - Bild: ADAC

Die Statistiken des Statistischen Bundesamts zeigen, dass immer wieder auch ein defektes Fahrwerk, (insbesondere Reifen und Bremsen) für Unfälle verantwortlich ist und rund 20% der Mängel bei der Hauptuntersuchung auf Reifen und Fahrwerksdefekte zurückzuführen sind.

Fahrwerk prüfen lassen

In einer Fachwerkstatt können die Fahrwerkskomponenten routiniert geprüft werden - Bild: ZF

Es ist daher von großer Bedeutung, es regelmäßig in Augenschein zu nehmen und prüfen zu lassen. Eine Überprüfung sämtlicher Fahrwerkskompnnten und eine anschließende Achsvermessung zeigen, ob Wer selbst nicht über die notwendige Fachkenntnis auf dem Gebiet verfügt, kann sich dafür an die Werkstatt seines Vertrauens wenden, insbesondere wenn sich das Fahrverhalten verändert hat. So sind z.B. polternde Geräusche, schlechter Geradesauslauf oder schwammiges Lenkverhalten ein Hinweis darauf, dass mit der Radaufhängung oder der Lenkung etwas nicht stimmt. Eine routinemäßige Kontrolle des Fahrwerks und seiner einzelnen Bestandteile wird in der Regel bei Inspektionen oder Hauptuntersuchungen durchgeführt. Sollten beim normalen Betrieb Unstimmigkeiten festgestellt werden, ist es in jedem Fall ratsam, diese in einer Werkstatt von einem Profi begutachten zu lassen und gegebenenfalls die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Eine genaue Prüfung trägt dazu bei, die Sicherheit beim Fahren zu erhöhen und damit entspannter in die nächste Fahrt zu gehen.

Der teure Wechsel

Für einen Laien auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik ist es praktisch nicht mehr möglich, die Stoßdämpfer an einem modernen Wagen bekannter Hersteller wie VW oder Opel selbst zu wechseln. Grund dafür sind die vielen Dinge, die beachtet werden müssen, so wie das notwendige Equipment. Wer für einen Wechsel aller Stoßdämpfer die Werkstatt in Anspruch nehmen möchte, findet in aller Regel keine Angebote, die unterhalb der Grenze von etwa 700 Euro liegen. Daran lässt sich bereits die hohe Tragweite erkennen, die dem Thema allgemein hin zukommt. Die bloßen Ersatzteile sind in ihrer normalen Ausführung dagegen schon für etwa 300 Euro zu bekommen. Es zeichnet sich also ein recht hoher Arbeitsaufwand ab, der ebenfalls bezahlt werden muss.

Querlenker tauschen

Bei diesem Fahrzeug wird der Querlenker getauscht - Bild: ZF

Fazit

Es lohnt sich in jedem Fall, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, die das eigene Fahrwerk schonen. Nicht zuletzt kann dies zu einer enormen finanziellen Ersparnis führen, wie sie ansonsten eher selten zu finden ist.

Quellen: Wikipedia, Europa Fachkunde, Audi, ZF, BMW, ADAC,

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 16.11.2016









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