Benutzerdefinierte Suche
|
![]() |
|
|||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||
Lesen Sie auch: Aufladung | Ladedruckregelung | Die Leistung eines Verbrennungsmotors hängt im Wesentlichen von der Luftmenge ab, die für seine Verbrennung zur Verfügung steht. Will man die Leistung steigern, kommt häufig der Abgasturbolader zum Einsatz: Der Turbo nutzt die Abgasenergie, um die Ansaugluft vorzuverdichten und dem Motor zur effizienteren Verbrennung eine größere Luftmasse – und damit mehr Sauerstoff zuzuführen. Die
Abgasturboaufladung ermöglicht die Steigerung von maximalem Drehmoment
und maximaler Leistung (bei konstantem Arbeitsvolumen) bzw. die Erhöhung
des Mitteldrucks, ohne vom Motor mechanische Antriebsleistung
abzufordern, wie dies bei mechanischer Aufladung z. B. durch einen
Kompressor geschieht. Will man die Leistung beibehalten, kann man die
Leistungssteigerung durch den Turbolader nutzen, um einen
leistungsstärkeren Motor mit annähernd gleichen Abmessungen wie das
Ursprungsaggregat einzusetzen. Oder – und dazu geht der Trend – um
Downsizing-Konzepte zu realisieren, durch die der Kraftstoffverbrauch
und die CO2-Emissionen ohne Leistungseinbußen gesenkt werden
können.
Aufbau und Funktion des Turboladers
Video TurboladerDas TurboZentrum Berlin stellt hier einen Turbolader der neuen Borg Warner EFR-Serie vor.
Ziel der 2-stufig geregelten Aufladung ist ein erhöhtes Drehmoment bei niedriger Motordrehzahl. Bei ca. 1000 1/min erfolgt der Druckaufbau über den Hochdrucklader. Im mittleren Drehzahlbereich arbeiten beide Lader in Serie. Bei maximaler Motordrehzahl erfolgt der Druckaufbau überwiegend über den Niederdrucklader. Warum ist die Abgasturboladung besonders bei Dieselmotoren so stark verbreitet?Im Vergleich zum Ottomotor machen das niedrige Drehzahlniveau und die geringeren Abgastemperaturen die Anpassung des Abgasturboladers an das Motorkennfeld einfacher, die Materialauswahl kostengünstiger. Der Dieselmotor kann ohne Turbolader in der Leistung mit dem Benzinmotor nicht mithalten. Die neuen kompakten Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) sind hinsichtlich des Beschleunigungsverhaltens (Rauchentwicklung durch verzögertes Ansprechen der Abgasturbine) stark verbessert. Es wird hier der Eintrittsquerschnitt und der Anströmwinkel auf die Abgasturbinenschaufeln in Abhängigkeit von Motorparametern verändert. Dies wird meist mit verstellbaren Leitschaufeln erreicht - oder mit einem Schieber der den Eintrittsquerschnitt mehr oder weniger abdeckt.
Die neuen PKW-HighTech Diesel in V-Bauweise werden auch mit "DoppelTurbo" ausgeführt. Zwei kleine ATL´s für je eine Zylinderreihe ergeben ein sehr gutes Ansprechverhalten und damit gute, weitgehend rauchfreie Fahrzeugbeschleunigung.
Tipps für Werkstätten
Was beim Umgang
mit Turboladern beachtet werden sollte
Der Turbolader
ist ein technisch komplexes Bauteil mit exakt aufeinander
abgestimmten Komponenten. Wichtig für den Umgang ist deshalb:
Geschultes
Werkstattpersonal
Turbolader
erreichen Drehzahlen von bis zu 300.000 U/min, ihre Einzelteile
werden mit minimalen Fertigungstoleranzen hergestellt. Wartung und
Austausch sollten deshalb nur von entsprechend qualifiziertem
Personal durchgeführt werden. Wichtig dabei ist auch die Verwendung
von Spezialwerkzeugen und -maschinen, beispielsweise zur Wuchtung.
Nichts am
Turbolader verändern
Turbolader sind
ab Werk optimal auf den jeweiligen Motorentyp ausgelegt, deshalb
sollte an ihnen keine Einstellung verändert werden. Wird
beispielsweise der Ladedruck erhöht, kann der Motor heiß laufen mit
der Folge, dass Kolben, Zylinderkopf oder Motorlager beschädigt
werden.
Das richtige
Motoröl verwenden
Wichtig beim
Ölwechsel: Verwenden Sie nur das vom Hersteller vorgegebene Motoröl.
Abweichungen beispielsweise in der Viskosität können zu einer
falschen Schmierung führen und den Turbolader beschädigen.
Die Zulassung
beachten
Beim Austausch
sollten unbedingt nur Teile und technische Hilfsmittel verwendet
werden, die den Anforderungen der Fahrzeug- und Motorenhersteller
entsprechen. Ansonsten drohen Leistungsverluste oder gar
Motorschäden - und ein Erlöschen von Garantie, Fahrzeugzulassung und
Versicherungsschutz.
Tipps für Endkunden
Was kompetente
Werkstätten ihren Kunden mit auf den Weg geben
Hier ein paar
Tipps für die Werkstattkunden, die dazu beitragen, eine einwandfreie
Funktion des Turboladers sicherzustellen.
Den Turbolader
bei der geringsten Anomalität überprüfen lassen
Bei
ungewöhnlichen Geräuschen des Turboladers, Öllecks oder Vibrationen
muss der Motor sofort abgestellt und überprüft werden. Der
Turbolader darf auf keinen Fall weiter beansprucht werden, denn
durch die hohen Drehzahlen der rotierenden Teile werden selbst
kleine Defekte auf andere Bauteile übertragen und beschädigen diese.
Den Motor nicht
sofort auf volle Drehzahlen bringen
Nach dem
Anlassen des Motors dauert es etwa 30 Sekunden, bis der volle
Ölkreislauf aufgebaut ist. Erst dann darf der Motor auf höhere
Drehzahl gebracht werden.
Den Motor nicht
gleich abstellen
Ein Motor darf
nicht abgestellt werden, wenn er unmittelbar davor mit hoher
Drehzahl gelaufen ist. Denn der Turbolader arbeitet dann noch
weiter, ohne dass eine ausreichende Schmierung sichergestellt ist.
Ein wichtiger Tipp zur Weitergabe an die Werkstattkunden: Bevor der
Motor abgestellt wird, sollte er noch ca. 20 Sekunden bei niedriger
Drehzahl laufen.
Wartung und Pflege
Der Turbolader
ist so konstruiert, dass er die Lebensdauer des Motors erreicht. Die
notwendige Überwachung beschränkt sich auf wenige periodische
Kontrollen, die bei jeder Motoreninspektion vorgenommen werden
sollten. Voraussetzung für die Langlebigkeit ist jedoch, dass die
Servicevorschriften der Motorenhersteller – z. B.
Ölwechselintervalle, Ölfilteranlagen-Wartung, Öldruckkontrolle sowie
Reinigung aller Filteranlagen und regelmäßiger, fachgerechter
Filterwechsel – genau befolgt werden. Wichtig bei Wartungsarbeiten
insbesondere am Luftfiltersystem: Es darf kein Fremdkörper in den
Turbolader gelangen! Leistungsverluste und Störungen – die Ursachen liegen oftmals nicht im Turbolader
Wodurch
Turboladerschaden entstehen
Defekte am
Turbolader haben zumeist eine dieser Ursachen:
Unzureichende
Schmierung
Bei mangelnder
Schmierung fallen meist die Lager aus, wodurch das Verdichter- und
das Turbinenrad an ihren Gehäusen schleifen.
Verschmutztes
Öl
Verschmutztes
Schmieröl führt zur Riefenbildung an den Wellenzapfen und der
Lagerung. Ölbohrungen und Abdichtungen setzen sich zu und
verursachen hohe Ölverluste.
Eindringen von
Fremdkörpern
Fremdkörper,
die beispielsweise über einen defekten Luftfilter eintreten,
zerstören das Turbinen- oder Verdichterrad. Die daraus resultierende
Unwucht beschädigt die Lagerung des Turboladers. Kleine Geschichte zum TurboladerErfinder: Alfred Büchi Der Schweizer erhielt am 16. November 1905 das kaiserliche Patent des Deutschen Reichs für seine Erfindung des Turboladers. Genauer gesagt für eine „Verbrennungskraftmaschinenanlage, bestehend aus einem Kompressor (Turbinenkompressor), einem Kolbenmotor und einer dahinter geschaltenen Turbine“ . Der Turbolader war geboren. Büchi hatte allerdings seine Erfindung nur auf dem Papier, da ihm damals keine geeigneten Werkstoffe zur Verfügung standen. Auguste Rateau stattete 1913 ein Flugzeug mit einem Turbolader aus. Büchi baute 1915 bei der Firma Sulzer in Winterthur den ersten Prototypen eines Dieselmotors mit Turboaufladung für ein Schiff. Quelle: Borg Warner Turbo Systems, Mahle, Bugatti, Diese Seite von kfztech.de weiter empfehlen Johannes Wiesinger bearbeitet: 10.04.2013 Folgen Sie kfztech auf Twitter Besuchen Sie kfztech auf Facebook |
|
||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||