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Mit dem Auto in den Urlaub: Vorher Technik-Check durchführen

Mit dem eigenen Auto in den Sommerurlaub zu fahren, hat durchaus seine Vorteile: Im Vergleich zur Flugreise kann mehr Gepäck mitgenommen werden, außerdem lässt sich jederzeit eine Pause machen, bei der die Beine vertreten werden können - was insbesondere beim Reisen mit Kindern hilfreich ist. Zudem fallen die Kosten trotz günstige Flüge zumeist geringer aus und Autoreisende sind auch am Urlaubsort mobil. Vor der langen Fahrt sollte allerdings eine gründliche Vorbereitung erfolgen, damit keine technischen Probleme auftreten. Auch die Experten der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) raten zu einem Sicherheitscheck vor der Fahrt in Urlaub. Worauf kommt es an?

Betriebsmittel kontrollieren

Zunächst sollten die Flüssigkeitsstände kontrolliert werden: Neben dem Motoröl sollte auch überprüft werden, ob noch genug Kühl- und Bremsflüssigkeit vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, muss unbedingt überprüft werden, wo Betriebsmittel verloren gegangen sein könnten. Lediglich ein etwas geringerer Motorölstand könnte auf den auch bei modernen Fahrzeugen nicht ungewöhnlichen Ölverbrauch zu erklären sein. Auch das Wischwasser sollte aufgefüllt werden, damit Insekten von der Frontscheibe entfernt werden können. Bei dem Blick in den Motorraum kann übrigens gleichzeitig auf möglicherweise rissige Schläuche geachtet werden. Die hohen Temperaturen setzen dem Material im Urlaub zusätzlich zu, auch hier könnte ein Austausch im Vorfeld sinnvoll sein. Steckverbindungen, die Korrosion aufweisen, können durch Kontaktspray behandelt werden, damit es im Urlaub nicht zu Elektrikproblemen kommt.

Messung Motorölstand

Der Ölstand sollte vor der Urlaubsfahrt unbedingt geprüft werden - Bild: KD/Busch / GTÜ

Bremsbeläge überprüfen

Wer mit seinem Fahrzeug in klassische Urlaubsländer ans Mittelmeer fährt, wird einige Kilometer zurücklegen - weshalb auch einige Verschleißteile überprüft werden sollten. Weisen die Reifen kein Restprofil von mindestens 3 mm auf, ist ein Wechsel noch vor dem Urlaub ratsam. Die Überprüfung ist einfach möglich, indem eine Ein-Euro-Münze in das Profil geschoben wird. Der Messingrand muss dabei vollkommen im Profil verschwinden, er ist genau 3 mm breit. Weiterhin sollte der Luftdruck geprüft und der erhöhten Beladung angepasst werden. Auch die Bremsklötze müssen noch über ausreichend Belag verfügen. Dafür werden die Vorderräder soweit es geht eingeschlagen, damit die Bremszange sichtbar wird. Die Beläge verfügen über eine Rille in der Mitte, die in jedem Fall noch sichtbar sein muss - ansonsten ist ein Austausch der Bremsklötze sinnvoll. Die Montage ist für geübte Laien selbst machbar, Ersatz für sämtliche Automarken und Fahrzeugmodelle gibt es günstig im Internet.

Wischerblätter wechseln

Das Wischwasser wurde bereits angesprochen, mindestens genauso wichtig für eine funktionierende Scheibenwaschanlage sind einwandfreie Wischerblätter. Fachleute empfehlen ohnehin, die Wischer im Frühjahr auszutauschen. Wurde dies nicht erledigt, ist spätestens vor dem Sommerurlaub Zeit dazu. Der Grund: Insbesondere im Winter ist der Verschleiß hoch, weil die Wischerblätter durch vereiste Scheiben leicht Schaden nehmen. Es ist daher sinnvoll, nach der kalten Jahreszeit für Ersatz zu sorgen.

Ersatzglühlampen in einigen Urlaubsländern Pflicht

Auch die Beleuchtungsanlage sollte überprüft werden, was am besten mit einer zweiten Person gelingt. Ohnehin ist es ratsam, für die Urlaubsfahrt einige Ersatzglühlampen bereitzuhalten - in einigen Ländern ist dies sogar Vorschrift, darunter Spanien und England. Schwierig zu kontrollieren ist allerdings die richtige Einstellung der Scheinwerfer. Insbesondere bei einem beladenen Fahrzeug muss die Einstellung wahrscheinlich korrigiert werden, was nur durch Fachleute möglich ist. Eine günstige Variante wird durch Automobilclubs angeboten: Bei ADAC ist es in vielen Bundesländern möglich, einen kostenlosen Reise-Check durchführen zu lassen. Hierbei wird der technische Zustand des eigenen Autos objektiv durch einen Fachmann überprüft. Weil der Club ohnehin keine Reparaturen anbietet, braucht auch nicht davon ausgegangen werden, dass hier lediglich Instandsetzungen verkauft werden sollen. Anders ist dies bei vergleichbaren Angeboten, die Werkstattketten vor dem Urlaub offerieren: Häufig handelt es sich bei einem günstigen oder gar kostenlosen Check nur um die Auftragsbeschaffung in eigener Sache, indem vermeintliche Mängel festgestellt werden.

Stoßdämpfer überprüfen

Auch die Stoßdämpfer müssen sich in einwandfreiem Zustand befinden, weil die Beladung des Fahrzeugs für zusätzliche Belastung sorgt. Mängel am Fahrwerk sollten natürlich im Vorfeld ohnehin abgestellt werden - unabhängig von der Frage, ob eine längere Reise ansteht. Typische Anzeichen sind eine verringerte Fahrstabilität und eine schlechtere Straßenlage. Weil dieser Prozess aber häufig schleichend eintritt, wurde dies vielleicht nicht bemerkt. Als einfache Methode kann der sogenannte "Wipp-Test" erfolgen. Dabei sollte nacheinander je eine Ecke des Fahrzeugs kräftig runtergedrückt werden. Die folgende Wipp-Bewegung des Autos sollte nicht länger als ein bis zwei Schwingungen andauern. Es ist ntürlich keine richtig fachmännische Prüfmethode, weil man dadurch nicht in die Sicherheitsbereiche der Zug- und Druckkräfte des Stoßdämpfers kommt. Weitere Schwingungen sind ein Zeichen dafür, dass die Feder das Auto nachwippen lässt - was durch die Stoßdämpfer eigentlich verhindert werden sollte. Damit noch rechtzeitig für das gesorgt werden kann, sollte der Check-up nach Möglichkeit zwei Wochen vor der eigentlichen Urlaubsreise stattfinden.

Wipptechnik

Mit der Wipptechnik lassen sich nur gänzlich defekte Stoßdämfer festestellen. - Bild: Sachs

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 17.07.2017









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