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Reifencheck vor dem Urlaub

Bereits im Mai nutzen viele Autofahrer das schöne Wetter um einen Kurzurlaub im warmen Süden zu verbringen. Und spätestens Ende Juni beginnen in einigen Bundesländern die Sommerferien. Aber bevor es mit dem eigenen Auto rauf auf die Autobahn geht, sollte unbedingt das Kfz fit für die geplante Reise gemacht werden.

Seinen Öl- und Kühlwasserstand regelmäßig zu prüfen ist das Mindeste. Das weiß jeder Autofahrer auch längst. Aber beim Prüfen von Luftdruck und Zustand der Reifen wird oftmals geschludert. Das wissen die Fachleute vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV, Bonn) ganz genau. Aber gerade Räder und Reifen werden oftmals einem Härtetest im Straßenverkehr unterzogen und der Fahrer weiß oft gar nicht, dass bereits Schäden entstanden sein könnten. Begibt sich der Autofahrer nun schwer beladen auf Urlaubsfahrt, kann es durch das lange Fahren mit hoher Geschwindigkeit aber zu Pannen und im schlimmsten Fall zu Unfällen kommen. Kfztech.de empfiehlt deshalb seinen Lesern vor Urlaubsantritt einen Reifencheck zu machen.

Reifenprofil messen

Hier wird die Profiltiefe mit einem Profiltiefenmesser geprüft. Doch man kann den einseitigen Verschleiß sehr gut mit dem Auge erkennen. - Bild Emmerling / GTÜ

Folgen von zu geringem Reifendruck

Zu geringer Reifendruck führt zu steigendem Rollwiderstand, größerem Bremsweg und steigendem Kraftstoffverbrauch. Gleichzeitig nimmt auch der Reifenverschleiß zu. Was man jedoch nicht sehen kann: Der Reifen kann im Inneren geschädigt werden. Versteckte Reifenschäden können durch nachträgliche Luftkorrektur nicht beseitigt werden.

Spätestens ab 0,3 bar zu wenig Reifendruck wird es schließlich gefährlich. Dann kann die Reifentemperatur innerhalb von 20 Minuten Hochgeschwindigkeitsfahrt auf ca. 120°C ansteigen und der Reifen läuft Gefahr sich selbst zu zerstören.

Gefährlich wird es auch beim schnellen Durchfahren von Kurven. Die Seitenführungskräfte nehmen bei zu geringem Druck der Reifen ab. Gerad bei voller Beladung bei der Urlaubsfahrt kann der Autofahrer die Kontrolle über seinen Wagen verlieren und von der Straße rutschen. Dabei bewirkt zu wenig Luftdruck an der Hinterachse, dass das Heck in der Kurve ausbrechen kann (Übersteuern) oder beim Spurwechsel unruhig reagiert. Zu wenig Druck an der Vorderachse bewirkt, dass der Wagen über die Vorderräder schiebt (Untersteuern) oder nicht mehr sauber geradeaus läuft.

Prüfen des Reifendrucks

Grundsätzlich gilt, dass der Reifenluftdruck am kalten Reifen geprüft werden soll. Falls die Reifen nach einer Fahrt erwärmt sind, sollten Sie einen um 0,3 bar höheren Druck als den empfohlenen einstellen. Dies empfiehlt Michelin. Und denken Sie bitte daran, dass für die Urlaubsreise ein entsprechend höherer Druck eingestellt werden sollte.

Welcher Wert ist nun der Richtige? Sie finden die richtigen Einstellwerte entweder in der Bedienungsanleitung ihres Fahrzeugs oder am Aufkleber der Tankklappe bzw, im Türrahmen. Und übrigens: Ob ein Reifen zu wenig Luftdruck hat, kann man nicht unbedingt mit dem Auge erkennen.

Reifendruck prüfen

Grundsätzlich sollte der Reifenluftdruck am kalten Reifen geprüft werden . - Bild Kröner / GTÜ

Neuere Fahrzeuge verfügen über ein Reifendruckkontrollsystem. Bei Autos mit RDKS muss nach der Korrektur des Reifenfülldrucks erst noch das Fahrzeug angelernt werden. Dies ist in der Regel äußerst einfach zu bewerkstelligen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft hier normalerweise.

Übrigens: Wer noch ein Reserverad im Kofferraum besitzt, sollte dieses bei der Prüfung des Reifenfülldrucks gleich mit überprüfen, was jedoch erfahrungsgemäß gerne vergessen wird. Ein Reservereifen ohne Luft nützte einem bei einer Panne leider nichts.

Reifenprofil prüfen

Für den Gesetzgeber sind 1,6 Millimeter Restprofil am Reifen ausreichend. Kfztech.de empfiehlt eine Mindestprofiltiefe von 3 mm. Wo ist zu prüfen? Die Profiltiefe muss man in den Hauptrillen messen. Man erkennt die Stellen an den sogenannten Abnutzungs-Indikatoren (TWI). Dies sind kleine Querstege, die man dann erkennt, wenn das Profil bereits auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe abgefahren ist.

Wer keinen Reifenmesser zur Hand hat, kann auch eine Ein-Euro-Münze nehmen. Wenn der „Goldrand“ im Profil verschwindet, dann reicht die Profiltiefe noch aus. Darunter besteht erhöhte Gefahr für Aquaplaning und der Bremsweg ist besonders bei nasser Fahrbahn entscheidend höher.

Reifenprofil prüfen
Die Profiltiefe lässte sich auch mit einer 1-Euro-Münze prüfen

Zustand des Reifens

Nicht nur längeres Fahren mit falschem Luftdruck können den Reifen schädigen, sondern auch das Überfahren von Bordsteinkanten oder bereits Vollbremsungen einen Reifen irreparabel schädigen. Und dies bemerkt man unter Umständen gar nicht. Schauen sie sich deshalb ihre Reifen vor der Urlaubsreise einmal genauer an. Achten sie auf starken oder einseitigen Abrieb der Lauffläche. Dies deutet auf eine verstellt Fahrwerksgeometrie hin. Oder wenn gar Beulen an den Seitenwänden vorhanden sind, ist der Reifenunterbau geschädigt.

Fahren Sie in solchen Fällen unbedingt in einen Reifenfachbetrieb. Hier kann ihnen geholfen werden. In der Regel wird dann auch gleich Spur und Sturz vermessen und eingestellt. Falls der Reifen beschädigt sein sollte, finden Sie im Internet, wie z.B. bei oponeo, getestete und günstige Sommerreifen.

einseitiger Reifenverschleiß Refien am Bordstein
Nicht immer erkennt amn einen beschädigten Reifen am Verschleiß (links). Durch Überfahren von Bordseinen im spitzen Winkel kann es zu einer inneren Schädigung kommen.

Reifenalter prüfen

Natürlich sollte man auch nicht mit überalterten Reifen in den Urlaub fahren. Keinesfalls sollte man noch Pneus fahren, die bereits 10 Jahre auf dem Buckel haben.

Das Reifenalter findet man als vierstellige Zahl hinter dem in die Seitenwand des Reifens eingeprägten 8-stelligen DOT-Code. Wenn beispielweise der Code 1207, lautet, heißt dies, dass der Reifen in der 12. Kalenderwoche des Jahres 07, also 2007, gefertigt wurde.

Fazit

Hat man die genannten Punkte Reifenfülldruck, Reifenprofil, Reifenzustand und Reifenalter gecheckt, so kann man viel beruhigter in den verdienten Urlaub fahren. Weitere nützliche Tipps zum Reifen bietet dem Autofahrer der Reifenratgeber.

Quellen: Dunkop, Michelin, Continental, ADAC, GTÜ


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 05.05.2017









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