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Kat-Recycling ist lohnenswert

von kfztech.de

Irgendwann ist es so weit: Das Auto, das Gefährt, das einen jahrelang treu begleitet und in dem man sehr viel Zeit seines Lebens zugebracht hat, hat ausgedient und muss auf den Schrottplatz. Doch was geschieht eigentlich mit dem Auto nach seinem aktiven Dasein? Dies wollen wir in einer kleinen Serie darstellen und beginnen mit dem Katalysator.

Der Katalysator ist kein Filter

Der Katalysator hat im Abgasstrang seinen Dienst getan, ohne dass dies der Fahrer vermutlich je mitbekommen hat. Die Zeiten in denen der Auspuff nach verfaulten Eiern roch, sind längst vorbei, seit dem der Kraftstoff entschwefelt wurde. Viele denken ja, der Kat filtert das Abgas sowie der Rußfilter. Doch dies stimmt nicht. Im Abgaskatalysator befinden sich wertvolle Elemente, die chemische Reaktionen hervorrufen und/oder beschleunigen, ohne selbst daran teilzunehmen. Beim herkömmlichen 3-Wege-Abgaskatalysator werden Stickoxide (NOx) durch Reduktion in Stickstoff und Sauerstoff sowie unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) und Kohlenmonoxid (CO2) durch Oxidation in Kohlendioxid und Wasser umgewandelt. Mehr zum Abgaskatalysator

G-Katalysator

Katalysatoren im Schnitt. Der  rechte ist schon etwas zugesetzt - Bild: Quelle nicht mehr bekannt

Kat - wirtschaftlich und ökologisch

Die im Kat in sehr kleinen Mengen enthaltenen Elemente wie Platin, Rhodium und Palladium sind sehr wertvoll. Für Platin liegt der Marktpreis bei über 20.000 € pro kg. Für einen ausgedienten Kat bekommt man je nach Größe und Zustand zwischen 10 und 80 €. Für das Kat-Recycling haben sich deshalb viele seriöse und zertifizierte Katalysator-Recycling Betriebe (link) spezialisiert, die Edelmetalle zu gewinnen. Der Markt an Austausch-Katalysatoren ist groß.

Neben wirtschaftlichen Gründen gibt es einen auch gewichtigen ökologischen Grund. Platin, rhodium un dPalladium kommen in der Natur realtiv selten vor und müssen aufwändig abgebaut werden. So müssen zur Gewinnung von 1 Gramm Platin bis zu 300 kg Gestein abgebaut werden! Dies erreicht man umwelt- und ressourcenschonender bereits durch einen 3 kg schweren Katalysatormonolith. Die Gesamtmenge des Platins liegt pro Katalysator ungefähr bei 2 - 4 Gramm. Allein deshalb lohnt sich das Kat-Recycling auch ökologisch. Informieren können sie sich hier über katalysator ankauf preise.

Aufbau eine Kats

Innerhalb des Stahlgehäuses des Autoabgas-Katalysators befindet sich der Träger, der entweder aus einem Keramikmonolithen oder aus Metall besteht und in ein warmfestes Drahtgestrick eingebettet ist.

Der Träger wird von mehreren tausend Kanälen durchzogen, durch die das Abgas strömt.

Auf den Träger wird eine Zwischenschicht, der sogenannte Wash Coat aus Aluminiumoxid aufgebracht, was die Oberfläche extrem vergrößert.

Die katalytische Schicht auf dem Wash Coat selbst besteht aus Platin, Rhodium und Palladium.

Keramik Katalysator

Ablauf des Recyclings

Der Recyclingprozess besteht aus drei Prozessschritten:

  • die Entmantelung

Das Öffnen und Freilegen des Katalysatormateriales erfolgt in der Regel mechanisch manuell durch das Aufschneiden mittels hydraulischer Schere oder Bandsäge, was in der Branche als Entmantelung bezeichnet wird.

Allerdings können beim Entmanteln giftige und lungengängige Stäube entstehen, die abgesaugt und gefiltert werden müssen. Besondere Schutzvorrichtungen für das Personal sind daher vorgeschrieben. Dies ist somit auch keine Arbeit für Hinterhofwerkstätten.* Der anfallende Stahlschrott (Edelstahl, Chromstahl) kann eingeschmolzen und zu neuen Stahlprodukten weiterverarbeitet werden.

 

Hier warten vorsortiere Kats auf die Zerlegung (Bild: Ecotrade)

Kat Recycling
  • die Zerkleinerung des keramischen Monolithen

Der zerschnittene und zerbröselte Keramikträger kann zusammen mit den angesammelten Stäuben in einer Mühle zu Pulver zermahlen werden. Dabei werden bei diesem zweiten Aufschluss die keramischen Bestandteile von der werthaltigen Zwischenschicht (Wash-Coat) getrennt.

Während des gesamten Prozesses wird der freiwerdende Wash-Coat durch Absaugung erfasst und zentral gesammelt. Entstaubungsanlagen sorgen dabei für die maximale Erfassung (99,9%) der edelmetallhaltigen Stoffe.

 

Bei Metallkats (Bild rechts) wird anders vorgegangen. Hier wird nach dem Entmanteln das Trägermetall geschreddert und in Mühlen durch fortwährendes Drehen das Edelmetall abgerieben.

Metallkat
  • die Edelmetallscheidung

In speziellen Metallhütten, sogenannten Scheideanstalten oder Affinerien, werden die Edelmetalle nach der vorhergehenden Aufbereitung aufgeschmolzen, so dass am Ende Barren und andere Halbzeuge entstehen, die wieder verkauft werden können.

 

*Info

Gebrauchte Katalysatoren mit keramischen Fasern sind mit dem Inkrafttreten der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) am 1. Januar 2002 ein "besonders überwachungsbedürftiger Abfall". Sie unterliegen der Nachweisverordnung und dürfen nur auf der Basis eines gültigen Entsorgungsnachweises gesammelt, transportiert und verwertet werden. Anlagen zur Lagerung und Behandlung von mehr als einer Tonne Ausnahmekapazität pro Tag müssen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz unter Beachtung potenzieller Umweltgefahren genehmigt werden und sind für den die chemische Umwandlung der Abgase verantwortlich.

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 11.04.2020









 

 
 
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