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Versicherungsgutachter im Bereich Kfz

von kfztech.de

Jeden Tag kommt es im In- und Ausland zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit größeren und kleineren Schäden. Kleinere Schäden gelten als Bagatellschäden, wenn die Schadenssumme 700 Euro nicht übersteigt. Diese Schäden werden oft entweder vom Unfallverursacher selbst übernommen oder die Versicherung zahlt beispielsweise auf der Basis eines Kostenvoranschlags oder einer Rechnung der beauftragten Werkstatt. Fällt der Schaden am Fahrzeug höher aus oder wurden sogar Personen verletzt, wird oft ein Kfz-Versicherungsgutachter eingeschaltet.

Oft zieht auch schon die Polizei einen solchen Gutachter zu Rate, der aufgrund der Auffindesituation vor Ort und der Untersuchung des Fahrzeugs zur Unfallrekonstruktion beitragen kann und Beweise sichert. Diese Informationen können dann auch in einem Straf- oder Zivilprozess verwertet werden. Flüchtet der Unfallverursacher vom Unfallort, so kommt es im Falle erfolgreicher Ermittlungen zu einem Strafverfahren. Im Vorfeld der Verhandlung wird dann, sofern von Seiten der Polizei oder der Staatsanwaltschaft nicht bereits geschehen, auch ein Gutachten eines Kfz-Sachverständigen angefordert.

Autounfall Verkehrsschild

Kommt es zu einem Verkehrsunfall wird häufig eine Kfz-Versicherungsgutachter eingeschaltet - Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Freie Gutachterwahl

Als Unfallgegner muss man sich nicht mit dem von der Versicherung beauftragten Gutachter einverstanden erklären, sondern hat auch das Recht, selbst einen Kfz-Sachverständigen zu beauftragen. Dessen Kosten sind dann von der Versicherung zu übernehmen. Der Unfallgegner hat aber auch nicht das Recht, einem Gutachter der Versicherung die Inaugenscheinnahme und Begutachtung des defekten Fahrzeuges zu verweigern.

Schlägt die Versicherung eine Pauschale als Schadensersatz vor oder erscheint Ihnen die ausgewiesene Schadenssumme bzw. der ermittelte Restwert zu hoch oder zu gering, so ist es ebenfalls sinnvoll, selbst einen Kfz-Versicherungsgutachter zu beauftragen. Dessen Kosten für die Erstellung des Gutachtens müssen Sie eventuell erst einmal vorzustrecken, bis sie von der Versicherung - eventuell auch erst nach einer Klage vor Gericht - übernommen werden. Denn zu diesem Verfahren kann es kommen, wenn Sie sich mit der Versicherung nicht über die Schadenshöhe einig werden.

Das Gericht selbst hat ebenfalls die Möglichkeit, einen Kfz-Gutachter zu beauftragen. Dazu wird es ihm eventuell auch verschiedene Fragen zukommen lassen, auf die im Gutachten eingegangen werden soll. Der Sachverständige trägt dann im Verfahren das Gutachten vor und nimmt zu weiteren Fragen Stellung.

Macht eine durch den Unfall verletzte Person Schadenersatz geltend, da sie längere Zeit arbeitsunfähig war, ihr so ein erheblicher Lohnausfall entstand und sogar noch bleibende Schäden zu erwarten sind, so wird in diesem Fall ein medizinischer Sachverständiger mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt.

Wie wird man Versicherungsgutachter?

Sehr oft sind Versicherungsgutachter im Kfz-Bereich als Meister in einer Werkstatt oder als Ingenieur tätig und verfügen über umfangreiche Erfahrungen. Das kommt ihnen bei ihrer Tätigkeit als Sachverständiger zu Gute. Um als Sachverständiger arbeiten zu können, müssen sie eine entsprechende Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme, wie sie auch von modal angeboten wird, erfolgreich absolvieren. Genauere Informationen wie man Versicherungsgutachter wird finden Sie in unserem hier verlinkten Beitrag. Dort erfahren Sie auch, wer den Gutachter noch beauftragen kann, wie er arbeitet und wie hoch seine Vergütung ausfallen kann.

Bei modal wird die Ausbildung zum Versicherungsgutachter unter anderem für den Bereich Kfz in drei große Bereiche unterteilt. Dazu zählen die Aufgaben sowie die Arbeitsweisen eines Sachverständigen, die fachliche Lehre sowie die Rechtslehre.

Gerade für Werkstätten kann es einen Wettbewerbsvorteil darstellen, wenn der Chef oder einer seiner Mitarbeiter als Kfz-Sachverständiger tätig ist. Dies könnte sich unter anderem auf das Renommee der Werkstatt auswirken und so zu mehr Kunden führen, wenn mit dieser Dienstleistung geworben wird.

Welche Dienstleistungen erbringt ein Versicherungsgutachter im Bereich Kfz noch?

Ein Kfz-Versicherungsgutachter kann auch mit einer allgemeinen Fahrzeugbewertung, beispielsweise im Vorfeld eines geplanten Verkaufes, beauftragt werden. Auch in diesen Fällen sieht er sich das Fahrzeug genau an, kennt die Schwachstellen dieser Fahrzeugserie, greift auf verschiedene Mess- und andere Geräte zurück und nimmt dann eine detaillierte Bewertung des Fahrzeuges vor. Im Anschluss daran fertigt er ein Wertgutachten an. Zu den untersuchten Fahrzeugen können sowohl Motorräder, Personenkraftwagen (PKW), Lastkraftwagen (LKW) und Transporter verschiedener Größen und Ausstattungen gehören. Das Wertgutachten kann dann als Grundlage für die Preisverhandlungen dienen. Genauso liefert es unter Umständen aber auch Hinweise auf versteckte Mängel, die vor dem Verkauf beseitigt werden sollten.

Übrigens hat nicht nur der Verkäufer, sondern auch der potenzielle Käufer das Recht, im Vorfeld eines möglichen Verkaufes einen Kfz-Sachverständigen mit der Begutachtung eines Fahrzeugs zu beauftragen. Die Kosten hierfür hat er dann zwar in der Regel selbst zu tragen – sie dürften allerdings niedriger ausfallen als eventuell kurz nach dem Kauf anstehende Reparaturen.


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 26.08.2019












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