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Kfz-Versicherung: Vollkasko, Teilkasko oder doch nur Haftpflicht?

von kfztech.de

Die Wahl der richtigen Kfz-Versicherung ist gar nicht so einfach. Obgleich die Kfz-Haftpflichtversicherung für jeden Halter Pflicht ist, sind Vollkasko und Teilkasko-Versicherung freiwillig. Nun steht der Verbraucher oft allein vor der Entscheidung, welcher Versicherungsschutz für sein Fahrzeug der richtige ist.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen grundlegende Informationen mit an die Hand geben, damit Sie eine fundierte Entscheidung bei der Kfz-Versicherungswahl treffen zu können.

Was muss ich bei der Wahl der Kfz-Versicherung beachten?

Wer sich dauerhaft den günstigsten Preis für seine Kfz-Versicherung sichern möchte, der kommt um einen regelmäßigen Versicherungsvergleich nicht drum herum. Für schnelle, Ergebnisse eignet sich ein unabhängiger Kfz-Versicherungsrechner. Mithilfe dessen lassen sich verschiedene Versicherer und Tarife übersichtlich miteinander vergleichen.

Das klingt positiv. Aber auch dieser ständige Preiskampf hat einen Nachteil. Wenn man nur auf das Kriterium "Preis" achtet, wird das Kriterium "Leistung" oft aus den Augen verloren. Ohne eine gute und sinnvolle Abdeckung und einen guten Service kann eine günstige Prämie reine Geldverschwendung sein.  

Kfz-Versicherung

Welches ist der richtige Tarif bei der Kfz-Versicherung: Vollkasko, Teilkasko oder doch nur Haftpflicht? - Bild: stevepb / Pixabay 

Die Kfz-Haftpflichtversicherung

Jedes Auto auf der Straße muss bei einer Kfz-Haftpflichtversicherung versichert sein. Die zulässige Mindestdeckung ist:

  • 7,5 Mio. € für Personenschäden

  • 1 Mio. € für Sachschäden

  • 50.000 € für Kapital- und Folgeschäden

Dies sind die gesetzlichen Mindestbeträge. Da Schadenersatzansprüche, Rehabilitationskosten, Erwerbsminderung etc. sehr schwerwiegend und existenziell sein können, ist es ratsam, eine höhere Deckung zu wählen. Das ist relativ günstig. Bei Sachschäden kann die Deckung unbegrenzt sein, bei Personenschäden hingegen maximal 8 Mio. € pro Person.  

Die Teilkaskoversicherung

Die Teilkaskoversicherung deckt Schäden, die nicht durch falsches Fahrverhalten verursacht werden: Diebstahl, Einbruch, Feuer, Naturkatastrophen, Wildunfall, Glasbruch und Kurzschlüsse. Die Deckung erlischt im Falle von Vorsatz und im Falle der sogenannten "groben Fahrlässigkeit". Zum Beispiel: nicht verschlossen, Ersatzschlüssel im Handschuhfach, Wertsachen in Sichtweite. Durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung kann die Prämie deutlich reduziert werden.

Die Teilkaskoversicherung lohnt sich in der Regel, wenn der Fahrzeugwert bei über 4.000 EUR liegt. Darunter reicht meist eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Teilkaskoversicherung sollte außerdem der Preisunterschied zwischen dem Haftpflicht- und dem Teilkaskotarif berücksichtigt werden. Zudem sollten Sie berücksichtigen, ob Sie sich eine Reparatur problemlos leisten könnten.

Die Vollkaskoversicherung

Die Vollkaskoversicherung deckt den Schaden, unabhängig davon, ob Sie ihn selbst verursacht haben. Also sind auch selbst verschuldete Unfälle & Vandalismus versichert. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die Vollkaskoversicherung für Neuwagen während der ersten drei bis fünf Jahre lohnt. Allerdings spielt hierbei auch der Fahrzeugwert eine Rolle. Teurere Fahrzeuge sollten länger in der Vollkasko bleiben, als günstige Autos. Zudem muss jeder Halter für sich entscheiden, welches Risiko er bereit ist einzugehen.  

Insassenunfallversicherung

Die Insassenunfallversicherung ist in der Regel nicht sinnvoll, höchstens als Abdeckung für den Fahrer. Insassen, die den Fahrer für Schäden nach einem Unfall haftbar machen, sind bereits in der Haftpflichtversicherung versichert, auch wenn es sich um Familienangehörige handelt und wenn sie der Eigentümer des Autos sind, der zu diesem Zeitpunkt Beifahrer war.

Verkehrsrechtsschutzversicherung

Die Rechtshilfe ist in der Regel nicht in der Kfz-Versicherung enthalten, kann aber im Rahmen einer allgemeinen Rechtsschutzversicherung separat abgeschlossen werden. Für diejenigen, die regelmäßig am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung durchaus sinnvoll.

Wie hoch ist der Versicherungsbeitrag und wie wird er bestimmt?

Die Versicherungsprämie wird durch den Fahrzeugtyp, die Anzahl der Schadenfreiheitsklassen, den Wohnort und verschiedene andere Faktoren bestimmt.

Fahrzeugtyp

Die Typklasse ist der wichtigste Parameter zur Bestimmung der Tarifgruppe. Der Versicherer kann dies auf der Grundlage der jährlichen Unfallstatistik anpassen. Diese Klassifizierung gliedert sich nach der Art der Versicherung: Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Eine Typklassen-Abfrage ist jederzeit kostenlos möglich.

Schadenfreiheitsklasse

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ist eine Art Bonus-Klassierung nach Anzahl der unfallfreien Jahre. Für die Teilkasko und die Vollkasko werden getrennte Tabellen geführt. Sie können also in der SF-Klasse 15 für die Teilkasko, aber in der SF-Klasse 11 für die Vollkasko liegen. Für SF 8 (d.h. 8 schadenfreie Jahre ab Beginn oder eine zuvor höhere SF-Klasse, aber nach einem Rückfall auf SF 8) beträgt die Prämie 50% der Erstprämie. Ab SF 18 zahlen Sie noch 30%. Im Schadensfall werden Sie in die Tabelle (Rückstufung) zurückgeführt. Wenn Sie in SF 10 (= 45%) waren, werden Sie auf SF 4 (= 65%) zurückgesetzt. Ihre Prämie steigt somit um 44%. Wenn Sie im selben Jahr einen Unfall haben, gehen Sie zu SF 1 (= 100%).

Einige Versicherer bieten sogenannte Rabattretter an, um Kfz-Halter im Falle eines Unfallschadens nicht den Schadenfreiheitsrabatt zu entziehen. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel über Rabattretter in der Kfz-Versicherung.

Wohnort

Für den Wohnort bzw. den Zulassungsbezirk wird ebenfalls jährlich eine Klassifizierung auf der Grundlage der Statistiken vorgenommen, differenziert nach Versicherungsarten. Der Effekt kann beträchtlich sein. Eine begrenzte Kaskoversicherung ist in Rostock fünfmal so teuer wie in Würzburg (zumindest was die Prämie für den Vollkasko betrifft). Der Gewichtungsfaktor wird mit einem Index von 100% verglichen.

Andere Faktoren

Auch Folgendes kann die Prämie beeinflussen: Beruf des Fahrers, Kilometerstand, Alter, Fahrpraxis, Garage oder Straßenparkplatz, Privat- oder Geschäftswagen, Erst- oder Zweitwagen, andere Versicherungen bei demselben Versicherer, Frauenrabatt, Selbstbehalt usw.


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 06.12.2019









 

 
 
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