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Welche Schäden können durch Marder an einem Fahrzeug entstehen?

von kfztech.de

Welche Schäden können Marder am Pkw verursachen?

Schläuche ✓ Kabel ✓ Isolierungen ✓ Wir zeigen Ihnen, warum es Marder auf Autos abgesehen haben und welche Schäden besonders häufig auftreten.

Fast jeder Autobesitzer hat schon einmal mit ihnen Bekanntschaft gemacht: Marder. Jede Nacht beschädigen die possierlichen Tiere tausende Fahrzeuge. Diese Schäden verursachen nicht nur erhebliche Kosten, sie können auch zu gefährlichen Situationen führen. Wir zeigen Ihnen, warum es Marder überhaupt auf Autos abgesehen haben und welche Schäden besonders häufig auftreten.

Marder

Sehen tut man ihn eher selten: Den Steinmarder. Den Schaden, der am im Auto verursacht ist aber oft sehr ärgerlich. - Foto: LubosHouska auf Pixabay.com

Was sind Marder?

Marder sind eine Gruppe fleischfressender Säugetiere, zu der auch Wiesel, Dachse oder Otter gehören. Die Familie der Marder (Mustelidae) ist die größte in der Ordnung der Raubtiere. Mit Ausnahme des Dachses haben Marder einen schlanken und muskulösen Körperbau.

Marder haben ein echtes Fleischfressergebiss mit starken Reißzähnen. Dadurch können sie Beute greifen, festhalten und töten. Alle Arten haben relativ kurze Beine. Die Nägel sind scharf und können im Gegensatz zu denen von Katzen nicht eingezogen werden. Die meisten Marderarten sind gute Kletterer und leben bevorzugt im Wald. Dort ernähren sie sich von kleinen Säugetieren, Fischen, Vögeln, Insekten und Früchten.

Welche Marderarten sind in Deutschland heimisch?

Wenn von Mardern die Rede ist, ist damit zumeist die Gattung der Echten Marder gemeint. Zu diesen zählen der Baum- und der Steinmarder. Darüber hinaus sind hierzulande aber noch andere Vertreter der Marder anzutreffen. Diese neun Marderarten sind in Deutschland heimisch:

  1. Baummarder (Martes martes)

  2. Europäischer Dachs (Meles meles)

  3. Fischotter (Lutra lutra)

  4. Frettchen (Mustela putorius furo)

  5. Hermelin (Mustela erminea)

  6. Iltis (Mustela ptorius)

  7. Mauswiesel (Mustela nivalis)

  8. Mink (Neovison vison)

  9. Steinmarder (Martes foina)

Der einst auch in Deutschland heimische Europäische Nerz (Mustela lutreola) gehört zu den bedrohtesten Säugetieren in ganz Europa. Leider gilt er bei uns inzwischen als ausgestorben.

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Welche Marder sind für Schäden an Autos verantwortlich?

Wenn Sie in Ihrem Zuhause oder Ihrem Garten von einem Marder belästigt werden, handelt es sich in den meisten Fällen um einen Steinmarder. Diese Tiere sind hauptsächlich nachtaktiv, so dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt. Mit einem Marderschreck für das Auto kann man sich aber für diese nächtlichen Besuche wappnen.

Der Steinmarder wird etwa so groß wie eine Hauskatze. Das auch als Hausmarder bekannte Raubtier hat einen langgestreckten Oberkörper, relativ kurze Beine, braunes Fell und eine rosafarbene Schnauze. Besonders auffällig ist der weiße Fleck auf der Kehle, der sich bis zum oberen Teil der Vorderbeine erstreckt.

Der natürliche Lebensraum des Steinmarders sind vor allem Laubwälder, Waldränder und offene Felshügel. Diese Marderart hat sich gut an den Menschen angepasst und lebt daher auch in bewohnten Gebieten. Dort sucht er in Dachböden, Scheunen und Garagen Unterschlupf. In letzteren machen sie sich häufig an geparkten Autos oder Motorrädern zu schaffen.

Warum beschädigen Marder Fahrzeuge?

Ein Auto und vor allem der Motorraum stellen für Marder in erster Linie eine große Höhle dar. Der Motor ist durch den Radkasten sehr gut zugänglich, absolut trocken und oft noch schön warm. Das macht Pkws für Marder so attraktiv.

Da die kleinen Raubtiere ausgesprochen neugierig sind, ist nichts, was sie im Motorraum vorfinden, vor ihnen sicher. Zündkabel, Wasser- und Bremsleitungen sowie alle Arten von Kunststoffabdeckungen werden angeknabbert oder sogar durchgebissen. Die Fahrzeuge von Pendlern sind besonders gefährdet. Wenn ein männlicher Marder riecht, dass ein anderer Marder im Auto war, fühlt er sich in seinem Revier bedroht. Er versucht, die Gefahr zu beseitigen und beschädigt gezielt die Autos, in denen es den Geruch eines anderen Tieres wahrnimmt.

Die Tiere springen jedoch nicht nur auf die Witterung von potenziellen Rivalen an. Es wurde auch festgestellt, dass Wiesel und vor allem Marder vom Geruch von Fischmehl und Fischöl angezogen werden. Diese Stoffe werden zur Herstellung von einigen Kabeltypen und Isoliermaterialien verwendet.

Marderbiss Kühlerschlauch

Bissspuren eines Marders an einem Kühlerschlauch - Bild: Volkswagen

Häufigste Marderschäden

Die Folgekosten durch Marderschäden gehen jedes Jahr in die Millionen. Die folgenden Kfz-Teile werden hauptsächlich von Mardern angefressen:

  • Zündkabel

  • Schläuche der Scheibenwischanlage

  • Kühlmittelschläuche

  • Unterdruckschläuche (z.B. Turbolader)

  • Staubschutzhüllen aus Gummi

  • Isolation der Stromleitungen

  • Isoliermaterialien

Wie lassen sich Marderschäden feststellen?

Wenn Sie bemerken, dass sich ein Marder am Auto zu schaffen gemacht hat, sollten Sie als Erstes den gesamten Motorraum auf Schäden untersuchen. Beobachten Sie dazu sorgfältig den laufenden Motor. Am besten ist es, mit dem Fahrzeug eine Runde um den Block zu fahren, damit der Motor auf Betriebstemperatur kommt.

Erst wenn der große Kühlkreislauf in Betrieb gegangen ist, können alle Leitungen auf Schäden untersucht werden. Ein ausreichend warm gelaufener Motor ist daran zu erkennen, dass sich der Kühler erwärmt oder das Gebläse anspringt.

Darüber hinaus sollten die Bremsleitungen genau untersucht werden. Der Marder beißt zwar nur selten zu, aber wenn er es tut, sind die Folgen umso gravierender. Hier sind es insbesondere die kurzen Schläuche direkt an den vorderen Bremsen.

Häufig können auf diese Weise die folgenden Marderschäden festgestellt werden:

  • Austretendes Wasser aus Wasserleitungen

  • funkende Zündkabel

  • austretendes Fett aus den Achsabdeckungen

  • auslaufendes Öl, zum Beispiel an der Motorentlüftung

  • Bissspuren auf dem Luftfilterkasten

  • zischende Geräusche aus dem Ansaugtrakt

Folgen von Beschädigungen

Vor allem neue Autos mit ihrer umfangreichen elektronischen Ausstattung sind anfällig für Marderbisse. Auch Lambdasonden, Verschleiß- und ABS-Sensoren an den Bremsen und viele andere Kabelverbindungen fallen in die Reichweite des Marders.

Marderschäden können zum Auslaufen von Wasser, Öl oder Bremsflüssigkeit führen. Defekte Wasserleitungen sind besonders kritisch zu betrachten, denn sie können zu einer Überhitzung des Motors führen. Zudem können die Tiere elektrische Komponenten zerstören oder falsche Luftströme verursachen. Ein angebissener Unterdruckschlauch des Turboladers beispielsweise lässt die Leistung des Diesels in den Keller gehen.

Wie kann man sich vor Marderschäden schützen?

Marder stehen in Deutschland nicht unter Naturschutz. Dasselbe gilt für Österreich und die Schweiz. Sie dürfen hierzulande dennoch nur von Personen mit Jagdschein getötet werden. Sie sollten daher auf keinen Fall Gift auslegen.

Es ist also wesentlich sinnvoller, Marder am Eindringen in die Garage zu hindern. Alle Öffnungen mit einem Durchmesser von mehr als sechs Zentimeter müssen verschlossen oder mit einem Gitter versehen werden, damit selbst kleine Tiere nicht eindringen können.

Falls Sie keinen überdachten Stellplatz haben, können Sie Ihr Fahrzeug auch mit anderen Maßnahmen vor Marderschäden schützen. Serienmäßig eingebaute Bremsschläuche aus Gummi können zum Beispiel durch Stahlflexschläuche ersetzt werden. Auch Zündkerzenkabel können mit einer bissfesten Ummantelung versehen werden.

Fazit: Marderschäden am Auto

Marderschäden sind mehr als ärgerlich. Die dadurch notwendigen Reparaturen kosten Geld und müssen nicht selten von einer Kfz-Werkstatt übernommen werden. Es gibt allerdings einige Möglichkeiten, sich die lästigen Raubtiere vom Hals zu halten. Garagen lassen sich mit relativ einfachen Mitteln marderfest machen.

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Impressum, Copyright Autor: Johannes Wiesinger bearbeitet: 05.12.2022