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Darf es auch ein Autogasantrieb sein?

von kfztech.de

Darf es auch ein Autogasantrieb sein?

Kfztech.de erklärt woher Autogas kommt, welche Vor- und Nachteile das Flüssiggas hat und wie teuer die Umrüstung wird.

Gleich vorweg: Autogas (LPG) ist ein alternativer Kraftstoff, der günstiger und auch umweltfreundlicher als Benzin und Diesel ist. Allerdings sprechen die Zulassungszahlen eine andere Sprache. Die Anzahl der flüssiggasbetriebenen Neuwagen legte im März 2022 zwar mit 1.745 Einheiten um +158,9 Prozent zu, ihr Anteil betrug aber nur 0,7 Prozent an den Gesamtzulassungen. Schlimmer traf es noch die Erdgas-PKw. Es kamen gerade einmal 156 Erdgas-Pkw zur Neuzulassung und das waren 72,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Anteil betrug gerade einmal 0,1 Prozent.

Kfztech.de erklärt woher Autogas kommt, welche Vor- und Nachteile das Flüssiggas hat und wie teuer die Umrüstung wird.

Opel ADAM LPG tanken

Hier wird ein werksseitiger mit Autogas ausgerüsteter Opel ADAM mit LPG betankt. - Bild: Opel

Was ist Autogas?

Für Autofahrer, die mit einer Gasumrüstung liebäugeln, ist es wichtig zu wissen, dass Autogas (LPG) nicht dasselbe ist wie Erdgas (CNG). LPG ist die Abkürzung für „Liquified Petroleum Gas“ und sagt aus, dass es ein Flüssiggas ist; es sich also um ein unter Druck verflüssigtes Gasgemisch aus Propan und Butan handelt. LPG fällt bei der Erdölförderung an. Im Gegensatz dazu behält Erdgas, das auch CNG genannt wird (CNG steht für „Compressed Natural Gas“) seinen gasförmigen Zustand bei.

Autogas tanken

Autogasfahrer tanken das Flüssiggas im Grunde fast wie Benzin. Der Zapfhahn wird jedoch mit einem speziellen Tankeinfüllstutzen fest verbunden, damit das unter Druck stehende Gas nicht entweichen kann. Der Tank wird zur Sicherheit nur zu 80 Prozent gefüllt; dies läuft automatisch ab.

Mit rund 6.000 Autogas Tankstellen verfügt Deutschland über ein gutes Netz. In Europa finden sich ebenfalls viele jede Menge Tankstellen.

Der Gastank im Fahrzeug, der bei Nachrüstungen häufig in die Reserveradmulde integriert wird, besteht aus ca. 3,5 Millimeter dickem Stahl. Dies gewährleistet bei einem Heck-Crashtest die nötige Dichtheit, wie ADAC-Tests bewiesen haben. In allen Autogas-Autos sind Sicherungsventile verbaut, so dass in einem möglichen Schadensfall ein kontrolliertes Ablassen des Gases ermöglicht wird. Ein gasbetreiebens Auto ist nicht gefährlicher als eine benzinbetriebenes. Jedoch verbieten Besitzer von Tiefgaragen häufig noch die Einfahrt von Gasfahrzeugen.

Das beste Argument für ein mit Flüssiggas betriebenes Auto sind die Kosten beim Tanken. Diese liegen gerade einmal bei weniger als der Hälfte gegenüber Benzin (ca 0,85 €). Und dies obwohl bei Autogas ein Mehrverbrauch von rund 20 % vorhanden ist. Allerdings sollte man beachten, dass der steuerliche Vorteil Ende 2022 ausläuft. Dieser macht für LPG aktuell rund ein Drittel des Gesamtpreises aus (1 Liter = 22,09 €). Danach verringert sich der preisliche Vorteil. Dieser ist bei den aktuellen Benzinpreisen aber immer noch günstiger, so dass sich eine Umrüstung dann auch noch rentieren kann.

 

 

Autogas-Tankstellen gibt es mittlerweile rund 6.000 Stück in Deutschland.

 

Schild LPG Tankstelle
Bild: depositphotos.com
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Der Umwelt zuliebe

Wer sich mit Elektroantrieben nicht so recht anfreunden kann, der findet vielleicht beim Gasantrieb eine Alternative. Denn Flüssiggas ist nicht nur günstiger, sondern auch deutlich umweltfreundlicher als Benzin. Der Kohlendioxidausstoß (CO2) reduziert sich um etwa 10 - 15 Prozent, die Emissionen von Stickoxiden (NOx) sind sogar um 80 Prozent niedriger und die Kohlenwasserstoffe (HC) sind ebenfalls niedriger. Diesel und Erdgasantriebe können das alles aber sogar etwas besser.

Steuervorteile bei Umrüstung

Wer sein Auto auf Erdgasbetrieb umrüsten lässt, kann eine Reduzierung der Kfz-Steuer beantragen. Dies gilt jedoch nur für Fahrzeuge, die ab dem 1. Juli 2009 zugelassen worden sind. Für die Anerkennung ist, dass der entsprechende Autogas-CO2-Wert im Abgasgutachten der Autogasanlage vermerkt ist und bei der Abnahme der Anlage in Feld V.7 der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen wird.

Umrüstung nur in Fachwerkstätten

Lässt man sein Fahrzeug auf Autogas umrüsten, bleibt der Benzinatrieb weiter bestehen. Der Autofahrer kann sowohl mit Ottokraftstoff fahren, als auch mit Autogas (bivalenter Antrieb). Dies ist sicherlich von Vorteil. Viele Benziner können auf Autogas umgerüstet werden. Jedoch lehnen dies auch manche Hersteller ab. Man sollte sich von seinem Umrüster deshalb eine Unbedenklichkeitsbescheinigung einholen.

Und man sollte auf jeden Fall eine Kfz-Fachwerkstatt auswählen, die Gasanlagen Prüfungen nach GAP oder GSP vornehmen darf. Der ADAC empfiehlt zudem den Abschluss einer Garantieversicherung für Autogas-Umrüstungen, da die Sachmängelhaftung des Fahrzeugherstellers ausgeschlossen ist.

Autogas Motor Umrüstung Einblasventile

Hier wird ein Motor auf Autogasantrieb umgerüstet. - Bild: deposittphotos.com

Die eigentliche Umrüstung auf eine Gaseinspritztechnik kostet zwischen 2.000 und 4.000 €. Was auch nicht verschwiegen werden sollte, ist dass die Gasanlage regelmäßig gewartet werden muss und dafür rund 150 € zu Buche stehen.

Der ADAC hat für 60 Automodelle einen Kosten-Vergleich erstellt. Hierin kann man sehen, wie hoch die Autogaskosten sind, wie teuer die Umrüstung kommt, und ab wann sich die Umrüstung amortisiert hat.

Fazit

Mit einem Autogasantrieb fährt man günstiger als mit einem Benzin angetriebenen Auto. Jedoch läuft die aktuell geltende steuerliche Förderung zum Jahresende 2022 aus. Die Leistung sinkt geringfügig, jedoch ist die Umweltbilanz besser als bei Ottomotoren. Die Kosten für die Umrüstung sind zwischen 2.000 und 4.000 Euro zu kalkulieren.

Wichtige Schlagwörter:

kfztech.de, Autogas, Flüssiggas, LPG, Erdgas, CNG, Autogasumrüstung, Autogas tanken,

Quellen: mobile.de, ADAC,

















Impressum, Copyright Autor: Johannes Wiesinger bearbeitet: 13.06.2022