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Elektroauto vs. Benziner – der Kostenvergleich

von kfztech.de

Fast jeder Hersteller bietet mittlerweile einen: Ein E-Auto. Es gibt sie längst in den verschiedenen Klassen und die Hersteller arbeiten fokussiert daran, neue und auch günstigere Modelle auf den Markt zu bringen. Die Bundesregierung begrüßt diese Entwicklung und belohnt Autokäufer sogar mit einer Prämie, wenn sie sich für das E-Auto entscheiden. Auf der anderen Seite sieht die Realität auf den Straßen jedoch ganz anders aus. Hier fahren immer noch überwiegend Benziner (oder Diesel). Aber für welche Option sollte sich ein Autokäufer nun entscheiden? Wie verhalten sich die beiden Typen im Kostenvergleich? Dieser Artikel schaut sich die Kosten einmal genauer an.

E-Golf

Dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelt, sieht man beim e-Golf nur am Schriftzeichen und am fehlenden Auspuffendrohr - Bild: GoranH (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Der Anschaffungspreis

Bezüglich der Anschaffungskosten haben die Benziner aktuell noch den besseren Standpunkt. Das liegt mitunter daran, dass sich hier über eine lange Zeit ein Gebrauchtwagenmarkt etablieren konnte, der mitunter dazu führt, dass auch die Neuwagenpreise geringer sind. Elektrofahrzeuge sind bereits in der reinen Grundausstattung deutlich teuer und genau dies hält finanzschwächere Personen oder Familien vom Umstieg ab. Ein Überblick:

Benziner:

  • Neupreis – natürlich variiert der Neupreis, doch gerade Kleinwagen sind teils schon für 8.000 Euro erhältlich. Kombis oder echte Familienfahrzeuge lassen sich, je nach Hersteller, im preislichen Rahmen von 10.000 - 20.000 Euro finden. Große Fahrzeuge wie SUVs oder sehr motorisierte Wagen liegen freilich über dieser Preisgrenze.

  • Gebrauchtwagen – es gibt einen sehr großen Gebrauchtwagenmarkt. Selbst bei Autohäusern sind hochwertige Benziner als Jahres- oder Vorführwagen zu sehr günstigen Konditionen erhältlich. Wer nach einem älteren Gebrauchtwagen sucht, der hat die Wahl zwischen Händler, Online-Portalen oder privaten Verkäufern, sodass es recht einfach ist, ein Schnäppchen zu machen.

E-Auto:

  • Neupreis – der Renault Twizzy schlägt bei den E-Autos deutlich aus dem Rahmen, denn er kostet ebenfalls unter 8.000 Euro in der Grundausstattung. Die übliche Preisspanne der Fahrzeuge liegt jedoch zwischen 20.000 – 35.000 Euro. Experten sagen, dass die Neupreise stets ungefähr 7.000 Euro über einem vergleichbaren Benziner liegen.

  • Gebrauchtwagen – E-Fahrzeuge sind noch relativ neu, weshalb sich noch kein spezieller Markt für gebrauchte Modelle entwickeln konnte. Bei den Autohäusern sind freilich trotzdem Vorführ- und Jahreswagen erhältlich.

Die Anschaffungskosten des E-Autos berechnen sich auch nach der Reichweite. Diese ist bei Benzinern eher unerheblich, da die Tanksituation bereits geklärt ist. Reine E-Autos besitzen aber teils nur eine Reichweite von 200 Kilometern, was längere Fahrten verkompliziert. Zusätzlich gibt es beim E-Auto Optionen und Zusatzkosten:

  • Optionen – die Batterie des E-Autos kann geleast werden. Dies ist günstiger als der Kauf, zumal auch größere Batterien auf diese Weise erschwinglich sind.

  • Zusatzkosten – beim Neukauf ist häufig schon eine Wallstation mit im Kaufpreis inbegriffen. Diese Station erlaubt das sichere Aufladen des Fahrzeugs zu Hause. Es können für die Installation jedoch Zusatzkosten anfallen, da der Anschluss über einen Elektriker erfolgen muss. Teilweise muss der Starkstromanschluss auch in die Garage gelegt werden.

Steuerliches

Bei einem reinen Benziner sind die steuerlichen Vorteile des Kaufs relativ übersichtlich. Unternehmer können das Fahrzeug abschreiben, wenn es als Firmenfahrzeug dient. Die Befreiung der Kfz-Steuer trifft auf Neuwagen nicht mehr zu. Anders verhält es sich übrigens bei sogenannten Hybrid-Autos. Diese nutzen einen neuen Antrieb plus Benzin/Gas und fallen unter das Förderprogramm. Schon für den Kauf erhalten Kfz-Halter eine Prämie von bis zu 3.000 Euro. Bei E-Autos ist dies völlig anders:

  • Prämie – für den Kauf eines reinen E-Autos erhalten Kfz-Halter eine Prämie von 4.000 Euro. Diese Prämie ist jedoch auf Fahrzeuge beschränkt, deren Listenpreis die 70.000 Euro nicht überschreitet.

  • Kfz-Steuer – Elektrofahrzeuge sind aktuell für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Beim Benziner gilt: die Kfz-Steuer kann man absetzen, wenn die betriebliche Nutzung über 50% beträgt. Ansonsten ist nur eine anteilige Anrechnung möglich.

Neben der Absetzbarkeit eines E-Autos für Unternehmer ist auch die Regelung bezüglich der Nutzung als Firmenfahrzeug anders. Wird die 1-Prozent-Regelung angewandt, liegen die Freibeträge wesentlich höher.

Verbrauch und Pflege

An dieser Stelle kann kein fixer Verbrauch eines Fahrzeugs angegeben werden. Gerade bei den Benzinern hängt der Verbrauch stark von der Fahrweise, der Motorisierung und der Fahrzeuggröße ab. Generell gilt aber:

Benziner:

  • Verbrauch – der Benzinverbrauch liegt zwischen fünf und zehn Litern auf einhundert Kilometern. Im Stadtverkehr verbrauchen die Fahrzeuge durch das häufige Stop&Go mehr, als auf Autobahnen, sofern ein moderates Tempo gefahren wird.

  • Pflege – die Fahrzeuge müssen regelmäßig zur Inspektion, zumindest dann, wenn sie scheckheftgepflegt sein sollen. Zusätzlich kommen Ausgaben für Ersatzteile hinzu: Bremsen, Scheibenwischer, Batterie.

  • Pflichttermine – die Fahrzeuge müssen regelmäßig zur AU und zum TÜV. Gut gepflegte und regelmäßig überprüfte Wagen erfordern im Rahmen der Termine meist keine Nachbesserung, sodass einzig die Prüfgebühren fällig werden.

E-Auto:

  • Verbrauch – der Verbrauch wird über die Reichweite angegeben. Je nach Fahrzeugtechnik lädt sich der Akku jedoch während der Fahrt auf. Die Energie, die beim Bremsen frei wird, wird umgewandelt und in die Batterie zurückgegeben.

  • Pflege – auch hier ist die Inspektion der wichtigste Aufwand, da im Rahmen dieser die wichtigen Bauteile überprüft und gegebenenfalls repariert oder ausgetauscht werden. Bremsen und Scheibenwischer müssen ebenfalls getauscht werden.

  • Pflichttermine – der Termin beim TÜV ist auch für ein Elektromobil Pflicht, da hier die Verkehrssicherheit überprüft wird.

  • Zusatzkosten – wird die Batterie geleast, sind das freilich laufende Kosten. Zugleich fällt die Installation einer Wallstation unter den Pflege- und Kostenaufwand. Diese sollte niemals selbst installiert werden. Es ist übrigens gefährlich, das E-Auto daheim einfach über die normale Steckdose zu laden. Die Steckdosen sind nicht auf die lange Dauerlast ausgelegt, sodass sich die Kabel erhitzen und zu einem Brand führen können.

Verbrauchsanzeige Auto

Der Verbrauch wird beim E-Auto nicht über den Kraftstoff angegeben sondern über die Reichweite. - Bild: PublicDomainPictures (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Fazit - der Kaufpreis ist das Hindernis

Sehr viele Autofahrer überlegen einen Umstieg, dennoch schreckt sie der noch sehr hohe Kaufpreis trotz Prämien und Vergünstigungen ab. Gerade Familien oder finanzschwächere Personen müssen den Neupreis zuerst stemmen, was freilich über Kredite funktioniert, dennoch sind die Kosten hierfür auch höher. Auf Dauer ist das E-Auto aufgrund der niedrigen Wartungs- und Verbrauchskosten zwar günstiger, bis sich die Anschaffungsdifferenz jedoch amortisiert hat, vergehen etliche Jahre. Benziner sind hingegen in der Anschaffung günstiger, bieten aber deutlich höhere Folge- und Verbrauchskosten. Auch entfallen hier sämtliche Vorzüge und Prämien. Eine Alternative und Zwischenlösung wäre für Autohalter, wenn sie einen Hybridwagen nutzen würden.

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 11.03.2019









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