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DIY - Einparkhilfe selber nachrüsten

von kfztech.de - LF4 Umrüsten, Nachrüsten

DIY - Einparkhilfe selber nachrüsten

Wer noch keine vom Werk aus eingebaute Einparkhilfe besitzt, würde die vielleicht gerne im Do-it-yourself-Verfahren (DIY) nachrüsten. Aber wenn von Einparkhilfen die Rede ist, meint nicht unbdingt gleich jeder dasselbe. Denn es gibt mittlerweile sehr viele unterschiedliche Arten von Einparkhilfen auf dem Markt. Diese liegen im Preis und in der Art wie sie arbeiten relativ weit auseinander. kfztech.de bringt etwas Licht in den Dschungel der sehr beliebten Parkhelfer.

Einparkhilfen werden übrigens auch dem unter dem englischen Begriff Park Distance Control (PDC) angeboten. Auch der Anme "Parkpilot" wird hin und wieder verwendet. Nicht verwechseln sollte man die Einparkhilfe aber mit dem Parkassistenten oder Parklenkasistenten, der auch den Parkvorgang fast ohne Zutun übernimmt.

Einparkhilfe

Diese Einparkhilfe von Bosch verwendet Ultraschallsensoren in Front- und Heckstoßfängern. Bild: Bosch

 

Einparkhilfe mit akustischer Warnung

Die wohl einfachste und auch günstigste Nachrüstlösung ist eine Einparkhilfe mit akustischer Warnung. In der Regel werden dazu vier bis sechs Ultraschallsensoren  am Heckstoßfänger eingesetzt. Diese werden beim Rückwärtsfahren aktiviert und senden Ultraschallsignale aus, die von Hindernissen reflektiert werden. Aus der Laufzeit des empfangenen Signals wird der Abstand zum Hindernis berechnet. Der eingebaute Lautsprecher gibt nun Tonsignale (Piepser) aus, die bei näherndem Hindernis ihre Wiederholfrequenz erhöhen. Kurz vor dem Kontakt (ca. 30 cm) ist dann nur noch ein Dauerton wahrnehmbar. Spätestens dann, sollte der Fahrer stehen bleiben.

Die Ultraschallsensoren gibt es zumeist im Set mit Sensorhaltern, Lautsprecher, Steuergerät und Kabelbaum, teilweise auch für den Frontstoßfänger. Im Internetfachhandel gibt es beispielsweise das System Beep and Park von Valeo bereits für 52,92 € inklusive Versand.

Vom Aufwand her, gilt es den Stoßfänger zu demontieren, die Sensoren im gleichen Abstand und in der richtigen EInbaulage in die Stoßstange zu setzen, das Steuergerät und den Lautprecher zu montieren und die Kabel zu verlegen. Wichtig ist bei den Sensoren auch auf den EInbauwinkel zu achten, damit die Sensoren nicht in die falsche Richtung ihre Signale schicken. Außerdem gilt es, die Kabel sauber zu verlegen und eventuelle Durchührungen korrosionsfrei zu gestalten. In rund 2 Stunden ist der Einbau dann erledigt.

Wem das zu schwierig oder aufwändig ist, sollte vielleicht eine Fachwerkstatt damit beauftragen. Oder man kann auch auf eine im Kennzeichenhalter integrierte Einparkhilfe zurückgreifen, was die Stoßfängermontage überflüssig macht. Hier gibt es jedoch oftmals qualitativ große Unterschiede in den Angeboten.

Übrigens
: Systeme mit mehr Sensoren übersehen nicht so leicht schlanke Hindernisse wie Pfähle.

Bild rechts: Einparkhilfe von Valeo

Beep and Park von Valeo

Einparkhilfe mit optischer Warnung

Viele Autofahrer empfinden den "Parkpiepser" als nervig beim Rückwärtseinparken. Eine optische Warnung ist da schon etwas eleganter. Bei der Einparkhilfe mit optischer Warnung zeigen nämlich grüne, gelbe und rote Balken auf einem Display den Abstand zum Hindernis an. Ein akustisches Signal gibt es dennoch. Das ließe sich aber notffalls abklemmen. Im Grunde genommen, ist der Aufbau der Gleiche wie bei der akustischen Warnung. Sensoren im Stoßfänger, ein Steuergerät und ein Display sind die Hauptbauteile.

Im Internet findet man teilweise sehr günstige Angebote. Hier ist es hilfreich auch mal einen Test zu bemühen, bevor man bestellt. Die optische Anzeige montiert man normalerweise im Bereich der C- oder D-Säule oder auf der Hutablage. Beim Rückwärtsfahren dreht man sich ja eh nach hinten oder schaut zumindest in der Rückspiegel.

rechts im Bild: Einparkhilfe mit Display von Vega Electronics für 9,89 € bei iedalo.

Einparkhilfe mit Display

Da der Preisunterschied zwischen Einparkhilfen mit akustischer und optischer Warnung oft nicht besonders groß sind, und wie bei Vega electonics sogar niedriger ist, empfiehlt kfztech.de gleich auf die optische Warnung zu setzen. Und auch hier gilt, wer lieber weniger Arbeitsaufwand möchte, kann auch hier auf eine Einparkhilfe mit Kennzeichenhalterung setzen.

Tipp von kfztech.de: Wer einen in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger hat, sollte vor dem Kauf prüfen, ob der Sensor überlackierbar ist. Aber es gibt auch radarbasierte Sensoren, die hinter der Stoßstange montiert werden können. Leider werden die Sensoren im Internet oft falsch deklariert, was zu Unsicherheiten führen kann.

Einparkhilfe mit Rückfahrkamera

Besser als eine Warnung duch farbige Warnbalken ist freilich ein reales Bild via Rückfahrkamera. Niedrige Hindernisse wie Abweiser oder Blumenkübel können meist durch die Ultraschallsensoren nicht erkannt werden, jedoch sind sie im Kamerabild eindutig zu erkennen. Das Herannahen eines Radfahrers oder Fußgängers kann so oft auch erkannt werden. Auch das Heranfahren an einen Anhänger zum Ankoppeln wird durch das Rückfahrkamerabild erleichtert.

Wie in den beiden zuvor genannten Beispielen gibt es mittlerweile auch Systeme, die die Rückfahrkamera im Kennzeichenhalter aufnehmen. Verbunden mit einem Funksystem wird das Videobild der im Nummerschildhalter integrierten Kamera kabellos an den Monitor am Armaturenbrett übetragen. Der Monitror wird meist an der 12V Steckdose angeschlossen. Lediglich die Kamera muss an die Spannungsversorgung angeschlossen werden. Hier gibt es bereits Systeme ab 100 € zu kaufen.

Rückfahrkamera im Kennzeichen

Hier ist die Rückfahrkamera im Kennzeichenhalter integriert - Bild: Auto Vox

Wer komplett auf wireless setzen will, für den gibt es auch ein System: fenSens. Die Kamera läuft via Batterie, somit spart man sich das Bohren und Kabel verlegen. Und auf einen Monitor wird komplett verzichtet. Das Bild wird via App am eigenen Smartphone angezeigt!

Fazit

Die Kosten liegen je nach System zwischen 50 und 200 €. Da die Angebote im Internet sehr unterschiedlich sind, kann man ruhig auf ein System mit Rückfahrkamera setzen. Hierbei spart man sich auch den Einbau der Sensoren. Kabelsysteme sind generell zuverlässiger als Funksysteme, weshalb kfztech.de dies auch empfiehlt. Wer sich die Arbeit zutraut, ist hier wohl am Besten bedient. Wer auf Sensoren setzen möchte, und einen lackierten Stoßfänger hat, ist wohl in der Fachwerkstatt besser aufgehoben. Die Arbeit kostet ab 300 € aufwärts und ist aber mit Gewährleistung verbunden.

 









 



Impressum, Copyright Autor: Johannes Wiesinger bearbeitet: 10.08.2020