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Gesperrte Steuergeräte Diagnose freischalten

von kfztech.de

Gesperrte Steuergeräte Diagnose freischalten

Wenn Kfz-Mechatroniker heute Diagnosen an Fahrzeugen durchführen müssen, verwenden sie üblicherweise die Fehlercodeauslese. Außerdem sind die Stellglieddiagnose und die Istwerteanalyse beliebte Tester Tools. Aber auch das Durchführen von Grundeinstellungen, die Rücksetzung von Ölwechsel-  und Serviceintervallen, das Anlernen von Schlüsseln oder das Flashen (Codieren) von Steuergeräten gehören ebenfalls zum Repertoire des modernen Kfz-Mechatronikers.

Steuergeräte freischalten

Immer mehr Fahrzeugmodelle werden heute von den Herstellern gesperrt und benötigen aufwendige Entsperrung.

Schutz vor unberechtigten Zugriffen und das Problem

Steuergeräte im Kfz müssen jedoch heute wie die Computer zu Hause und in der Arbeit z.B. mit Virenscanner, Firewall und vpn trial vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Dies ist natürlich grundsätzlich wichtig, um Cyberattacken zu verhindern und Hackern es zu erschweren, Fahrzeugdaten zu manipulieren oder das Fahrzeug fernzusteuern. Denn schließlich erhalten immer mehr Autos teilautonome Fahrfunktionen und verfügen über zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, die auch mit dem Internet verbunden sind. Deshalb bekommen auch immer mehr Autos eine "Carwall" verpasst. Diese ist vergleichbar mit der Firewall an einem PC. Solche Systeme verhindern Hackerangriffe. Sie nennen sich Security Gateway, Certificate Based Automotive Security, Central Gateway oder CAN Gateway. Aber sie verhindern natürlich auch einen Zugriff des Kfz-Mechatronikers für eine tiefergehende Fahrzeugdiagnose.

Das Problem für die Werkstätten und Lösungen

OE-Diagnose-Tester und OE-Werkstätten kennen das Problem im Grunde nicht. Denn sie sind sowieso via Internet mit ihrem Hersteller verbunden und der Mechaniker bekommt so eine Authorisierung.

Markenübergreifende Werkstätten haben diesen Zugang grundsätzlich erstmal nicht! Deshalb sind für sie die Diagnosemöglichkeiten begrenzt. Viel mehr als der Standard OBD-Fehlercode lässt sich dann nicht mehr machen. Um dem Dilemma zu entkommen, muss sich eine freie Werkstatt erst bei einem Hersteller authentifizieren, eine Freischaltungssoftware installieren und ein Berechtigungszertifikat (Token, Key) erwerben.

Fiat Chrysler Automobiles (FCA), schützt seit 2017 die Fahrzeugdaten ihrer aktuellen Modelle via Security Gateway Modul (SGW) gegen nicht autorisierte Zugriffe Magneti Marelli hat daraufhin den "Security Pass"-Adapter entwickelt, der zwischen OBD-Steckdose und Tester geschaltet wird. Bei der Diagnose werden Sicherheitszertifikate ausgetauscht, die so den Zugang für Fahrzeuge des Fiat-Konzerns freigeben. Der Security Pass entsperrt dazu das „Security Gateway“-Steuergerät (SGW) im Fahrzeug und ermöglicht den nötigen Datenaustausch. Freilich muss sich die Werkstatt bei FIAT registrieren und ein kostenpflichtiges Abo abschließen und natürlich den Adapter von Magneti Marelli für 630 € käuflich erwerben.

SGW Adapter

Der SGW-Adapter kommt zwischen OBD-Steckdoe und OBD-Stecker

Für den markenübergreifend arbeitenden freien Betrieb entsteht ein beträchtlicher Aufwand, schließlich muss er dies bei jedem Hersteller so machen. Nach FIAT haben jetzt auch Volkswagen, Kia und Mercedes-Benz erste Modelle mit einer teilweisen Zugriffsperre auf den Fahrzeug-Daten-BUS herausgebracht. Andere werden sicher noch nachziehen. Dies ist neben dem zeitlichen Mehraufwand auch ein finanzieller. Auch gilt die Authorisierung meist auch nur für den authorisierten Mechaniker. kfztech.de meint: "Unter dem Deckmantel der Sicherheit werden so die freien Werkstätten gehörig ausgebremst."

Die großen Testerhersteller wie TEXA, Bosch oder Hella Gumann Solutions (HGS) haben natürlich mittlerweile auch an praxistauglichen Lösungen für ihre Testerkunden gearbeitet, damit die Freien auch Diagnosen, wie sie es gewohnt sind, durchführen können. Der erste Testerhersteller, der eine integrierte Authorisierungsfunktion für seine Diagnosetester herausgebracht hatte, war die Fa. Texa mit dem TEXA Security Access. Natürlich hat inzwischen auch Bosch für alle ESI[tronic] Benutzer die Diagnose-Funktionen in den KTS-Diagnosegeräten der neuesten Generation zur Verfügung gestellt

CSM für mega macs

Hella Gutmann hat zunächst Ende 2019 ebenfalls einen SGW-Adapter zum Entsperren der FIAT-Modelle auf den Markt gebracht. Gleichzeitig wurde jedoch angekündigt eine integrierte Lösung anbieten zu wollen. Nun zieht der Testerspezialist ebenfalls mit der neuen Funktion CSM (Cyber Security Management) nach und implementiert einen Universalschlüssel für das legale Entsperren gesicherter Fahrzeuge in die mega macs-Software.

CSM Hella Gutmann

mega macs 77 mit ingegriertem CSM kümmert sich um die Vielfalt der herstellerspezifischen Entsperrungs-Verfahren

Der Vorteil der integrierten Lösung ist, dass man sich nicht in jedem OE-Portal einzeln registrieren muss und sich dort Prüfungen zu unterziehen hat, um Diagnosefreischaltungen für die Kundenfahrzeuge zu bekommen. Sondern es reicht für den mega macs-Anwender eine einmalige Authentifizierung seiner Person bei Hella Gutmann aus. Dafür reicht ein Identifikationsnachweis per Pass oder Personalausweis aus.

Hella Gutmann CSM

Das Cyber Security Management in der mega macs-Software bleibt vom Anwender weitgehend unbemerkt. 

 

Danach kann der Kfz-Mechtroniker mit seinem mega macs an Fahrzeugen mit Sicherheitssperre in gewohnter Diagnosetiefe arbeiten.

Das Laden und Installieren von herstellerspezifischer Entschlüsselungssoftware auf ein Notebook oder einen PC ist ebenfalls nicht erforderlich und bleibt somit dem mega macs-Anwender erspart. Die nötigen Software-Bausteine für den Austausch von fahrzeugbezogenen Sicherheitszertifikaten mit den zuständigen Servern und Backends der Hersteller ist nämlich in die mega macs-Software implementiert. Das Cyber Security Management wird Anwendern der mega macs-Geräte 42SE, 56, 66, 77 und mega macs PC automatisch ab dem Update auf die Software-Version 60 zur Verfügung gestellt und soll in seiner Abdeckung schrittweise mit den gesicherten Modellen der Hersteller wachsen.

Im Augenblick gehört zu den ersten integrierten Marken FCA, Mercedes-Benz, VW und Kia. Voll implementierte Umsetzungen mit Hyundai, Nissan und Renault sollen in Kürze folgen.

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Bilder und Grafiken: Hella Gutmann

 

 







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Impressum, Copyright Autor: Johannes Wiesinger bearbeitet: 14.02.2021