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Achtung, Hacker im Auto!

von kfztech.de

Vergleicht man moderne Autos mit den Fahrzeugen von vor 20 oder 30 Jahren, so zeigt sich, dass der Anteil an Elektronik über die letzten Jahrzehnte enorm zugenommen hat. So werden heute ca. 8 km an Kabel in Fahrzeugen verlegt und  an bis zu 100 Steuergeräte und verschiedenste elektronische Komponenten angeschlossen. Neben einer Reihe an Vorteilen birgt der zunehmende Anteil an Technik allerdings auch zahlreiche Risiken.

Kabel im Porsche

Mehr als 100 Steuergeräte soiwie rund acht Kilometer an Kabeln sind in einem Porsche verbaut - Bild: Porsche

Warum wird immer mehr Elektronik in neuen Fahrzeugen verbaut?

Dass in modernen Fahrzeugen immer mehr Technik steckt, hat in der Praxis gleich mehrere Gründe. Zum einen lässt sich durch elektronische Bauteile der Nutzungskomfort deutlich erhöhen. Egal ob elektrische Fensterheber, Tempomat oder Sitzheizung: Die elektrischen Helfer haben die Fähigkeit, das Fahrerlebnis äußerst angenehm zu gestalten. Auf der anderen Seite erhöhen technische Bestandteile wie zum Beispiel Spurhalteassistenten gleichzeitig die Sicherheit. Systeme dieser Art verringern durch Sensoren und Aktoren das allgemeine Unfallrisiko.

Ein weiterer Vorteil der Technik liegt in der Eigendiagnose begründet. So erlauben moderne Steuergeräte eine sehr genaue Überwachung und Fehleranalyse, die den Wartungsaufwand deutlich reduzieren. Hinzu kommt, dass durch die elektronische Steuerung der Motorfunktionen ebenfalls die Effizienz der Aggregate gesteigert wird.

Zu guter Letzt erlaubt die Technik eine Automatisierung von Fahrmanövern und ermöglicht sogar die autonome Komplettsteuerung von Fahrzeugen.

Autonomes Fahren

Autonomes Fahren birgt nicht nur Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer - Bild: ZF

Weshalb entspringt aus dem steigenden Anteil an Technik ebenfalls ein Sicherheitsrisiko?

Die zunehmende Technisierung von Fahrzeugen bringt allerdings auch Nachteile mit sich. Während aus technischer Sicht die aufwändige Elektronik zusätzliche Fehlerquellen bedeuten, nutzen ebenfalls Kriminelle die Schwachstellen gnadenlos aus. So reicht bei modernen Fahrzeugen bereits ein einfacher Computer aus, um in das System einzudringen und beispielsweise den Kilometerstand zu manipulieren.

Auch im Bereich des Fahrzeugdiebstahls werden die technischen Neuerungen nicht selten für kriminelle Absichten missbraucht. Weiterhin zeigten Tests in der Vergangenheit, dass sich Hacker sehr leicht in die Fahrzeugsysteme von autonomen Fahrzeugen einklinken können. Das Hacken von selbstfahrenden Autos ist ein enormes Sicherheitsrisiko, da im schlimmsten Fall zum Beispiel Terroristen die gehackten Fahrzeuge für sich nutzen könnten. 

Autodiebstahl

So wie in diesem Beispiel werden heute Auto nur noch selten geknackt. - Bild: pixbay / CC0 Creative Commons

Welche Sicherheitslücken sind in diesem Zusammenhang besonders gefährlich? 

Die größte Gefahr geht derzeit sicherlich von sogenannten Remote-Hacks aus. Hierbei handelt es sich um Angriffe, die aus der Ferne einen unbefugten Zugang in das System eines Fahrzeugs ermöglichen. Wie dramatisch die Auswirkungen dabei sein können, zeigte jüngst ein Experiment in den USA. So benötigten Computerexperten lediglich ein mobiles Endgerät mit SIM-Karte, um über die drahtlosen Schnittstellen in Fahrzeuge einzudringen. Dabei konnten sie nicht nur über die Infotainmentsysteme Motoren lahmlegen, sondern ebenfalls die Bremsen deaktivieren. Die Zielfahrzeuge befanden sich dabei mehrere Kilometer vom Standort der Experten entfernt. Weiterhin zählt das Öffnen von Fahrzeugen mit der Hilfe von Funkschlüssel-Hacks heute leider schon zum Standard professioneller Autodiebe. 

Warum müssen Autohersteller hier schnellstmöglich reagieren?

Wie das Experiment in den USA offenlegte, sind moderne Fahrzeuge trotz neuester Technik erschreckend einfach zu hacken. Man mag sich gar nicht ausmalen was passiert, wenn während einer Autobahnfahrt plötzlich die Bremsen nicht mehr funktionieren oder der Wagen konstant beschleunigt. Um Schreckensszenarien dieser Art zu vermeiden befinden sich die Automobilbauer in der Pflicht. So ist es ihre Aufgabe, Systeme zu entwickeln, die durch komplexe Sicherheitsbarrieren das Eindringen von Hackern effektiv verhindern. Zum Glück zeigen sich die Hersteller hier zuversichtlich und hoffen, das Problem innerhalb kürzester Zeit in den Griff zu bekommen.

Hacking

Durch die zunehmende Vernetzung des Autos wird es für Hacker leicht auch in die automobile Software einzudringen und die Technik zu manipulieren - pixabay / CC0 Creative Commons

Fazit

Wie sich zeigt, geht von der zunehmenden Technisierung in Kraftfahrzeugen durchaus eine ernstzunehmende Gefahr aus. Glücklicherweise wurde die Lücken sehr früh aufgedeckt, sodass die verantwortlichen Hersteller rechtzeitig mit ausgeklügelten Systemen gegensteuern können.  

Glaesernes Auto

Nach dem "Gläsernen Bürger" folgt nun das "Gläserne Auto" - pixabay / CC0 Creative Cmmons

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 17.10.2018









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