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Starthilfe: Was es dafür braucht und wie es richtig geht

von kfztech.de

Starthilfe: Was es dafür braucht und wie es richtig geht

Lassen sich Fahrzeuge aufgrund einer entladenen Batterie nicht mehr starten, ist das Überbrücken mit einem Spenderfahrzeug eine praktische Lösung. Welches Zubehör für die Starthilfe benötigt wird und was bei der Verwendung wichtig ist, hier zum Nachlesen.

Starthilfekabel

Für die Starthilfe benötigt gute Starthilfekabel.

Kabel und Fahrzeug – Starterkabel brauchen Stärke!

Um ein liegengebliebenes Fahrzeug mit leerer Batterie starten zu können, braucht es ein Starterkabel und ein funktionsfähiges Überbrückungsfahrzeug mit voller Batterie. Insbesondere im Winter, wenn erfahrungsgemäß viele Batterien schwächeln, sollte immer ein Starthilfekabel im Fahrzeug griffbereit liegen. So kann im Falle einer Panne schnell Abhilfe geschaffen werden. Wer noch kein geeignetes Zubehör für die Starthilfe parat hat, kann sich auf vergleich.org die besten Überbrückungskabel im Vergleich anschauen. Im Ratgeber zum Kabelvergleich macht die Redaktion auf die individuellen Anforderungen bei Dieselmotoren und Benzinern aufmerksam: „Bei einem Dieselmotor muss der Leiterquerschnitt mindestens 25 mm² betragen, bei einem Benziner reichen 16 mm².“ Die Starterkabel dürfen also nicht zu dünn sein. Ansonsten kann es passieren, dass nicht genug Strom hindurchfließt und das Pannenfahrzeug aus bleibt.

Tipp: Die Griffe von modernen Starthilfekabeln sind vollständig isoliert, damit die Hände nicht mit dem blanken Metall in Berührung kommen. Dies ist bei älteren Überbrückungskabeln noch häufiger der Fall und kann sehr gefährlich werden. Hier lohnt es sich in ein neues Set zu investieren, um von maximaler Sicherheit zu profitieren. Gute Starthilfekabel kosten nur rund 20 Euro und sind damit erschwinglich.  

Motorraum Toyota

Der Motorraum eines Toyota Hybridfahrzeugs. Die Starterbatterie wird man hier nicht finden, sondern unter dem Rücksitz.

So geht Starthilfe – Schritt für Schritt erklärt

Generell gilt beim Überbrücken: Bei dieser Prozedur wird mit Strom hantiert und das bringt durchaus Risiken mit sich. Deshalb ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und die beiden Fahrzeuge konzentriert miteinander zu verbinden. Stress und Hektik sind fehl am Platz – auch, wenn man womöglich schnell zur Arbeit oder einem anderen wichtigen Termin muss. Die Sicherheit geht immer vor! Zudem beugt eine ruhige Vorgehensweise zusätzlichen Ärgernissen vor. Wer beispielsweise vergisst denn Gang herauszunehmen und das Auto zu fixieren, riskiert teure Lack- und Karosserieschäden an beiden Fahrzeugen. Schließlich stehen sie bei der Starthilfe nah beieinander.

Darüber hinaus sollte vor dem Verbinden mit dem Starthilfekabel ein Blick in die Bedienungsanleitungen der Autos geworfen werden. Je nach Fahrzeugtyp kann es individuell vorgeschriebene Methoden für die erfolgreiche Überbrückung geben. Wird davon abgewichen, sind Defekte nicht auszuschließen.

Die allgemeine Vorgehensweise für die Starthilfe sieht wie folgt aus:

  • Umgebung sichern: Erfolgt die Starthilfe im Straßenverkehr, ist besondere Vorsicht geboten. Die Pannenstelle muss mit Warndreieck gesichert werden. Alle Beteiligten müssen sich außerdem mit einer Warnweste bekleidet für andere Straßenverkehrsteilnehmer gut sichtbar machen.

  • Fixieren: Bei beiden Fahrzeugen werden die Handbremsen angezogen. Zudem sollten keine Gänge eingelegt sein. Bei Autos mit Automatik wird die Einstellung P gewählt.

  • Zündung: Die Zündung beider Fahrzeuge komplett ausschalten! Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Steuergeräte auf den plötzlichen Stromfluss reagieren. Außerdem beim Pannenfahrzeug alle Verbraucher wie Gebläse oder Sitzheizungen ausschalten, damit das Starten besser klappt.

  • Check: Nach dem Öffnen der Motorhauben werden die Batterieabdeckungen freigelegt und zunächst geprüft, wo die Plus- und Minuspole im jeweiligen Fahrzeug liegen.

Starthilfe Anschlusschema

Starthilfe Anschlussschema - Grafik:kfztech.de

  • Anschluss Pluspole: Dann wird das rote Kabel zunächst am Batterie-Pluspol des Überbrückungsautos fixiert. Anschließend die zweite Zange des Kabels am Pluspol des Pannenfahrzeugs anschließen. Wichtig ist, dass die Zangen die Kontaktpunkte der Batterie gut umschließen.

  • Anschluss Minuspol (Masse): Sind die beiden Fahrzeuge mit dem roten Kabel miteinander verbunden, folgt das schwarze Kabel für die Verbindung des Minuspols. Gleiche Reihenfolge: Erst das Überbrückungsauto, dann das Pannenauto anschließen. Dennoch gibt es hier einen Unterschied: Beim Spenderfahrzeug wird das schwarze Kabel an den Minuspol der Batterie angeschlossen. Ist die Batterie nicht im Motorraum (s. Bild oben), gibt es einen speziellen Kontaktpunkt. Beim Empfängerauto hingegen wird das Kabel an einem blanken Metallteil (ohne Isolierung / Lackierung) im Motorraum angeschlossen. Viele Fahrzeughersteller haben hierfür einen Punkt mit einem Minus-Symbol vorgegeben. Falls nicht, kann ein anderer Punkt an einem Metallteil verwendet werden.

  • Starten: Zunächst wird das Auto mit der funktionsfähigen Batterie gestartet. Jetzt fließt Energie von diesem in das Pannenfahrzeug und verleiht der entleerten Batterie im Idealfall die nötige Power zum Starten. Bevor das Pannenauto gestartet wird, kurz (ca. 2-3 Minuten) warten, damit die Batterie Zeit zum Aufladen hat. Sollte der dritte Startversuch nicht gelingen, muss die Starthilfe abgebrochen und das Fahrzeug abgeschleppt werden. Offensichtlich hat die Panne andere Gründe.

  • Abhängen: Läuft der Motor des Pannenfahrzeugs, war die Starthilfe erfolgreich und die Kabel können wieder entfernt werden. Vorher sollten am Empfängerfahrzeug allerdings Verbraucher wie beispielsweise die Heckscheibenheizung eingeschaltet werden. Dieser zusätzliche Energiebedarf verhindert Schäden an der Elektronik durch Spannungsspitzen beim Entfernen der Kabel und zwingt den Generator Leistung abzugeben. Wichtig ist jetzt, dass die umgekehrte Reihenfolge angewandt wird: Zuerst das schwarze Masse-Kabel vom Spenderfahrzeug, dann vom Empfängerfahrzeug entfernen. Im Anschluss wird das rote Kabel vom Spenderfahrzeug, dann vom Empfängerauto abgenommen.

  • Schließen: Batterie- beziehungsweise Pol-Abdeckungen und Motorhauben schließen.

  • Fahren: Den Motor des Pannenfahrzeugs nach der Starthilfe keinesfalls ausschalten. Die Batterie hat nach wie vor wenig Energie und muss sich aufladen. Das klappt am besten während der Fahrt. Mindestens 45 Minuten Fahrtzeit sind empfehlenswert. Vor Fahrtantritt jedoch die zuvor eingeschalteten Verbraucher (z. B. Heckscheibenheizung) wieder ausschalten.

ACHTUNG: Die an den Fahrzeugen angeschlossenen Kabel beziehungsweise die Zangen am anderen Ende dürfen sich nicht gegenseitig berühren. Das kann in der Hektik schnell passieren, wenn die Kabelenden beispielsweise auf den Boden fallen. Deshalb stets konzentriert bleiben!

Die gesamte Prozedur alternativ im Video von AutoScout24:

Gut zu wissen: Bei Autos, deren Batterie im Kofferraum untergebracht ist, liegt der Pluspol in der Regel trotzdem im Motorraum und ist gut erkennbar gekennzeichnet. Zum Beispiel mit einer roten Abdeckung mit Plussymbol. 

Fotoquelle Pixabay (StockSnap/Photoman)

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 22.03.2021









 


 
 
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