Benutzerdefinierte Suche
kfztech.de Logo    
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto-Infos Kfz-Zubehör-Shop kfztech TV Unterricht und Ausbildung
 

Die Anhängerkupplung – was alles zu beachten ist

von kfztech.de

Eine Anhängerkupplung am Auto kann sehr praktisch sein. Mit einem passenden Anhänger dazu lassen sich damit schnell große und sperrige Gegenstände oder der Baumschnitt von A nach B zu transportieren. Hat das Auto keine Anhängerkupplung, gestaltet sich das schon etwas schwieriger. Grundsätzlich lässt sich jedes Auto auch nachträglich noch mit einer Anhängerkupplung ausstatten. Für den geringsten Aufwand kann sie natürlich direkt beim Neuwagenkauf geordert werden. Bei der Montage bekommt das Auto gleich den passenden Stoßfänger, der eine Aussparung für die Anhängerkupplung hat.

Baumstumpf

Mit dem Auto einen Baumstamm herauszuziehen, wäre keine gute Idee. Das könnte zu erheblichen Schäden am Auto führen - Bild: Pixabay © luckysilver1 (CC0 Creative Commons)

Nachträglichen Anbau sollte der Fachbetrieb übernehmen

Die nachträgliche Ausrüstung mit einer Anhängerkupplung sollte am besten ein Fachbetrieb übernehmen, so der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in einer Pressemitteilung. Dazu muss der Kfz-Betrieb den hinteren Stoßfänger abmontieren und die Anhängevorrichtung an der Bodengruppe befestigen. So verteilt sich die zu ziehende Last optimal. Außerdem ist ein zusätzlicher Kabelstrang notwendig, der den 7- oder 13-poligen Stecker des Anhängers mit der Elektrik des Bordnetzes verbindet. Schließlich muss die Beleuchtung am Anhänger funktionieren.

Stört die Optik des Fahrzeugs nicht – die abnehmbare Anhängerkupplung

Viele Autofahrer wollen keine Anhängerkupplung an ihrem Fahrzeug. Zum einen stört sie die Optik, zum anderen macht sie sich manchmal unangenehm beim Einparken bemerkbar. Außerdem ist sie die meiste Zeit im Jahr gar nicht im Einsatz. Dafür gibt es eine abnehmbare Anhängerkupplung. Sie lässt sich leicht anbauen und ist so zuverlässig wie eine fest installierte Anhängerkupplung. Bei Nichtgebrauch lässt sie sich einfach abnehmen. Auch die schwenkbaren Anhängerkupplungssysteme sind eine Alternative, die die Optik des Fahrzeugs nicht stören. Sie verschwinden mithilfe eines Hebels unter dem Fahrzeug.

Zusätzliche Anpassungen am Fahrzeug

Bei einigen Autos sind zusätzliche Maßnahmen notwendig. Durch den Anhängerbetrieb kann es zu einer höheren Hitzeentwicklung an der Auspuffanlage kommen. Das macht eine zusätzliche Isolierung und eine Anpassung des Kühlers notwendig. Die Kosten für den nachträglichen Einbau einer abnehmbaren Anhängerkupplung liegen bei durchschnittlich 800 bis 1.000 Euro. Die fest installierte Variante ist dabei etwas günstiger. Bei Brink beispielsweise gibt es die Installation zum Festpreis.

E-Autos und Hybridfahrzeuge lassen sich meist nicht nachträglich mit einer Anhängerkupplung ausstatten. Die Reichweite der Fahrzeuge ist ohnehin begrenzt. Durch den Anhängerbetrieb verringert sich die Reichweite, was den Anhängerbetrieb für diese Fahrzeuge unrentabel macht. Die meisten Hersteller geben ihre E-Autos und Hybridfahrzeuge nicht für den Betrieb mit Anhänger frei, da sie befürchten, dass die zusätzlichen Belastungen am Hecktragesystem das Auto beschädigen könnten. Allerdings gibt es für den Transport von Fahrrädern eine Fahrradträgerlösung, die trägt statt zieht.

Das Prinzip ist einfach

Anhängerkupplung, rostig

Das Prinzip der Anhängerkupplung mit dem Kugelgelenk hat sich seit ihrer Erfindung nicht verändert. - Bild: Pixabay © Jan2575 (CC0 Creative Commons)

Wer die Anhängervorrichtung sehr häufig braucht oder gewerblich nutzt, ist mit einer festen Kupplung sehr gut beraten. Es macht bei der Anbringung oder den technischen Voraussetzungen keinen Unterschied. Die erste Anhängerkupplung hat der Sohn eines Schmiedemeisters 1932 erfunden. Laut eigener Aussage ließ er sich dabei von einem Hähnchenschenkel inspirieren. Die Anhängerkupplung ist mit einer Kugelpfanne ausgestattet, die den Kugelkopf der Anhängerdeichsel sicher umschließt, genau wie beim Kugelgelenk eines Hähnchenschenkels. Ein Verschluss verhindert, dass die Deichsel sich aus der Kugelpfanne löst. Gleichzeitig ist die Verbindung voll beweglich. Anhängerkupplungen sind in der Regel aus Stahlguss und Baustahl gefertigt. Mit einer schwarzen Tauchlackierung oder einer Zink-Nickel-Beschichtung ist sie gegen jegliche Wettereinflüsse gut geschützt.

Die Anhängerkupplung pflegen

Anhängerkupplungen sind stabil und langlebig. Dennoch ist richtige Pflege notwendig und sinnvoll. Das gilt insbesondere für die abnehmbaren Varianten. Ist die Anhängevorrichtung nicht in Gebrauch, sollte der Fahrer sie abnehmen. Damit ist sie der Witterung nicht ausgesetzt. Um zu verhindern, dass sich Dreck ablagert, ist es sinnvoll, das Aufnahmerohr mit einem Verschlussstopfen zu verschließen. Außerdem sollte der Fahrzeughalter alle Teile regelmäßig einfetten.

Gesetzliche Regelungen

In Deutschland darf die abnehmbare Anhängerkupplung bei Nichtgebrauch am Fahrzeug verbleiben. Anders sieht das in Österreich aus. Laut ADAC bildet die abnehmbare Anhängerkupplung ein „vermeidbar vorspringendes Teil gemäß § 1 KDV“. Wer in Österreich unterwegs ist, sollte die Anhängerkupplung abnehmen, wenn sie nicht in Gebrauch ist. So lassen sich Beanstandungen und Bußgelder einfach vermeiden.

In Deutschland ist die abnehmbare Anhängerkupplung ebenfalls zu demontieren, wenn sie bei Nichtbenutzung das Kennzeichen des Fahrzeugs verdeckt, so steht es in § 27 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Das Kennzeichen darf durch nichts verdeckt sein.

Was ist bei einem Unfall?

Crash Test

Bei einem Auffahrunfall kann die Anhängerkupplung den Schaden an beiden Fahrzeugen noch verschlimmern. - Bild: Pixabay © Jan2575 (CC0 Creative Commons)

In der Rechtsprechung ist es umstritten, ob die abnehmbaren Modelle bei Nichtgebrauch am Fahrzeug verbleiben dürfen. Laut § 30c der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung dürfen herausragende Teile den Verkehr nicht mehr als vermeidbar gefährden. Daher raten Experten zur Demontage. Bei einem Auffahrunfall kann die Anhängerkupplung den Schaden an beiden Fahrzeugen vergrößern. Das kann sich bei der Schadensregulierung auf die Höhe der Zahlung auswirken, da die Versicherung dem Fahrer ein Mitverschulden anlasten kann.

Nach einem Unfall sollten Autofahrer unbedingt die Anhängerkupplung in einer Werkstatt überprüfen lassen. Auch wenn auf den ersten Blick nichts zu erkennen ist, können Haarrisse entstanden sein, die die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigen können. Zweckentfremdung kann ebenfalls zu Schäden an der Anhängerkupplung führen. Ein anderes Fahrzeug zu bergen oder eine Baumwurzel herauszuziehen, ist keine übliche Nutzung. Dafür ist die Anhängerkupplung nicht ausgelegt. Schlimmstenfalls kann etwas brechen, was dann verheerende Folgen haben kann.

Stützlast und Anhängelast

Die zulässige Stütz- und Anhängelast steht in den Fahrzeugpapieren. Im alten Fahrzeugscheinen stehen entsprechenden Angaben unter den Ziffern 28 und 29. Die neue Zulassungsbescheinigung enthält diese Zahlen in Teil 1 in den Feldern 0.1 und 0.2. Die zulässige Anhängelast ist das Gewicht, das der Anhänger inklusive Ladung maximal haben darf. Die Stützlast gibt an, welche Kraft auf die Anhängevorrichtung des Zugfahrzeugs wirken darf. Wer sich nicht an die Herstellerangaben hält, muss mit einem Bußgeld oder sogar mit einem Punkt in der Verkehrssünderkartei des Kraftfahrt-Bundesamtes rechnen.

 

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 11.04.2018









Impressum, Copyright