Hauptuntersuchung (HU) meistern – Der Profi-Leitfaden für die Werkstatt
Was sind die wichtigsten Überprüfungen in der
Werkstatt vor einer Hauptuntersuchung
Der TÜV ist fällig, das Auto muss mal wieder zur
Hauptunteruschung nach §29? Am besten einen Termin in der Werkstt
vereinbaren und den Wag gründlich durchchecken lassen. Bremsen prüfen -
Lichttest - Fahrwerk und Lenkung - Abgas-Check - Karosserie und
Sicherheitsüberprüfung - Worauf die Werkstatt einen besonderen
Augenmerk hat

Fahrwerk, Bremsen und Reifen gehören zum
Umfang der Prüfungen - Bild:
depositphotos.com
Die systematische Vorbereitung beginnt bei den Bremsen
Die Bremsanlage stellt bei der Hauptuntersuchung einen der kritischsten Prüfbereiche dar. Profis beginnen mit der
Sicht- und Messprüfung der Bremsscheiben. Prüfen Sie die Scheiben auf ausreichende Stärke gemäß Herstellervorgaben; tiefe Riefen, ausgeprägte Kanten oder Verfärbungen deuten auf thermische Überlastung und Austauschbedarf hin und führen häufig zu Nachprüfungen.
Die Bremsbeläge müssen eine ausreichende Reststärke aufweisen und plan anliegen. Achten Sie auf ungleichmäßigen Verschleiß zwischen Innen- und Außenbelag, der auf klemmende Bremssättel oder schwergängige Führungen hindeutet.
Die Bremsflüssigkeit sollte in den vom Hersteller empfohlenen Intervallen gewechselt werden; dokumentieren Sie die Wartung nachvollziehbar für Ihre Kundschaft. Bei der Bremsleitungsprüfung genügt keine oberflächliche Sichtkontrolle: Heben Sie das Fahrzeug an und kontrollieren Sie alle Leitungen auf Korrosion, Scheuerstellen, Aufquellungen und poröse Abschnitte. Besonders kritisch sind die Übergänge von starren zu flexiblen Leitungen sowie Druckschläuche im Bereich bewegter Fahrwerksteile. Achten Sie auch auf nässende Bereiche an Anschlussverschraubungen, Hauptbremszylinder und Radbremszylindern, da bereits geringfügige Undichtigkeiten sicherheitsrelevant sind.
Beleuchtung und Elektrik professionell prüfen
Die Beleuchtungsanlage verursacht bei der Hauptuntersuchung häufig Beanstandungen. Beginnen Sie mit dem
Scheinwerfertest am Lichteinstellgerät: Eine korrekte Einstellung spart Zeit und verhindert unnötige Nacharbeiten. Moderne LED‑Scheinwerfer erfordern besondere Aufmerksamkeit, denn defekte Module lassen sich oft nicht einzeln ersetzen und führen zum Austausch des gesamten Bauteils.
Prüfen Sie systematisch alle Leuchtfunktionen: Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Rückleuchten und Kennzeichenbeleuchtung. Vergessen Sie nicht die hoch montierte Bremsleuchte und die Nebelschlussleuchte. Schon defekte LED‑Segmente in einer Rückleuchte gelten als Mangel.
Die elektrische Anlage umfasst mehr als die Beleuchtung: Kontrollieren Sie Batteriebefestigung, Polklemmen und Massepunkte, beseitigen Sie Korrosion und prüfen Sie die Ladespannung unter typischer Last.
Die Hupe muss zuverlässig ansprechen. Bei modernen Fahrzeugen gehört die Funktionskontrolle der gesetzlich vorgeschriebenen Assistenzsysteme dazu; Fehlermeldungen im Kombiinstrument oder dauerhaft leuchtende Kontrolllampen deuten auf Handlungsbedarf hin.

Ein Lichttest ist ein Muss bei der
Vorbereitung auf die HU - Bild: ProMotor T.Volz
Fahrwerk und Lenkung gewissenhaft untersuchen
Das Fahrwerk zeigt oft versteckte Mängel, die erst bei genauer Inspektion auffallen. Eine reine Wippprobe genügt nicht:
Kontrollieren Sie Stoßdämpfer auf Undichtigkeiten, prüfen Sie Kolbenstangen auf Korrosion und achten Sie auf ungleichmäßige Abnutzung der Reifen als Hinweis auf mangelnde Dämpfung oder fehlerhafte Spur.
Die Achsaufhängung erfordert die systematische Kontrolle aller Gelenke. Mit einem Montierhebel lassen sich Spiel in Traggelenken, Führungsgelenken und Querlenkern zuverlässig aufspüren. Gummilager in Querlenkern reißen häufig ein und führen zu veränderter Radführung.
Bei der Lenkung prüfen Sie das Lenkspiel bei laufendem Motor; deutlich spürbares Spiel am Lenkrad gilt als erheblicher Mangel. Kontrollieren Sie Spurstangenköpfe und Axiallager der Lenkung auf Spiel, und stellen Sie sicher, dass Manschetten intakt sind.
Eine kurze Probefahrt über unterschiedliche Fahrbahnbeläge hilft, Poltergeräusche, Nachlaufprobleme oder ein Nachziehen zu erkennen und die Werkstattdiagnose zu stützen. Vergessen Sie nicht die Sichtprüfung der Antriebswellenmanschetten.
Abgasanlage und Umweltauflagen im Detail
Die Abgasuntersuchung stellt Werkstätten vor besondere Herausforderungen, insbesondere bei modernen Dieselfahrzeugen mit Partikelfilter. Der Motor sollte betriebswarm sein; eine fachgerechte Vorbereitung umfasst bei Bedarf eine Regenerationsfahrt, damit der Partikelfilter frei ist und die Messung stabile Werte liefert.
Bei Benzinmotoren prüfen Sie die Lambdaregelung im Leerlauf und bei erhöhter Drehzahl; schwankende Lambdawerte deuten auf defekte Sonden oder Undichtigkeiten im Ansaugsystem hin. Die OBD‑Abfrage darf keine abgasrelevanten Fehler ablegen, und ein kurzfristiges Löschen von Fehlern ist fachlich nicht zulässig.
Die mechanische Prüfung der Abgasanlage umfasst mehr als die Suche nach Durchrostungen: Kontrollieren Sie Aufhängungen, Schellen und flexible Elemente, achten Sie auf festen Sitz des Katalysators und vollständig vorhandene Hitzeschutzbleche. Dichtheit lässt sich häufig am Geruch, an sichtbaren Spuren von Abgasruß oder an Vibrationen an Haltepunkten erkennen. Für spezielle regionale Anforderungen wie die
TÜV-Prüfung in Ansbach gelten dieselben strengen Vorgaben.
Karosserie und Sicherheitsausstattung gründlich prüfen
Die Karosserieprüfung erfordert geschulte Augen und ein Gespür für strukturelle Schwachstellen. Rost an tragenden Teilen bedeutet häufig das Aus bei der Hauptuntersuchung.
Kontrollieren Sie besonders Schweller, Radläufe und Federbeinaufnahmen; schon kleine Durchrostungen können einen erheblichen Mangel darstellen. Nacharbeiten an tragenden Bereichen müssen fachgerecht ausgeführt sein, da minderwertige Reparaturen mit unzureichender Nahtvorbereitung oder fehlendem Korrosionsschutz sofort auffallen.
Die Windschutzscheibe darf im Sichtfeld der Fahrerin oder des Fahrers keine Beschädigungen aufweisen; Steinschläge außerhalb des Wischbereichs sind in der Regel unkritisch, im Sichtfeld hingegen relevant. Prüfen Sie alle Scheiben auf zulässige Tönung, denn eine zu dunkle Frontscheibe führt zur Verweigerung der Prüfplakette.
Zur Sicherheitsausstattung zählen Gurte, Airbags, Warndreieck und Verbandskasten. Ausgefranste Gurtbänder, defekte Gurtstraffer oder fehlende Verriegelungen sind erhebliche Mängel. Ergänzend lohnt die Funktionskontrolle von Sitzverstellungen, Kopfstützen, Türschlössern, Motorhauben- und Heckklappenöffnern sowie der Scheibenwischer- und Waschanlage, damit die finale Abnahme reibungslos gelingt.
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