kfztech.de Logo    
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto-Infos Kfz-Zubehör-Shop kfztech TV Unterricht und Ausbildung

Marderschäden am Auto vermeiden

von kfztech.de

Die Kosten der Schäden, die Marder an Fahrzeugen verursacht haben, beliefen sich im Jahr 2015 Schätzungen zufolge auf rund 63 Millionen Euro. Daher stellen sich viele Fahrzeughalter die Frage, wie sie die kleinen Tiere davon abhalten können, an den Kabeln ihres Wagens zu nagen.

Marder jung

Ein junger Marder auf der Wiese. Leider sind Steinmarder, die sich in ein Auto einquartieren, nicht immer so friedlich.- Bild: Ilona Laufersweiler_pixelio.de

Warum beschädigen Marder Autos?

Es ist nur eine Art von Marder und zwar der Steinmarder, welcher Autos beschädigt. Im Gegensatz zu den anderen Marderarten lebt der Steinmarder, der auch oft als Automarder bezeichnet wird, gerne in der unmittelbaren Umgebung von Menschen.

Der Steinmarder zerbeißt Schläuche oder Kabel als Folge von Revierkämpfen. Wenn ein Marder ein anders Männchen riecht, welches seine Spuren im Karosseriebereich eines Wagens hinterlassen hat, empfindet er dies als Eindringen in sein Revier. So werden diejenigen Autos von Steinmardern angegriffen, auf denen ein Marder seine Duftmarken hinterlassen hat und welche nun in dem Revier eines rivalisierenden Männchens parken.

Der Marder, der seinen Rivalen auf seinem Territorium riecht, wird aggressiv und zerbeißt die Schläuche und Kabel des betreffenden Autos. So ist es in der Regel der Besuch des zweiten Marders, der im Motorbereich einen großen Schaden anrichtet. Die häufigsten Marderschäden treten in den Monaten von April bis September auf. In diesem Zeitraum sind die Mardermännchen gegenüber Konkurrenten besonders aggressiv.

Typische Marderschäden

Marder lieben es Gummi und Plastik zu zerbeißen. Am häufigste fallen Schläuche für Kühlmittel und Scheibenwischerwasser, Zündkabel, Dämmmatten und Achsmanschetten den scharfen Zähnen der Steinmarder zum Opfer.

Marderbisse

Mit ihren nadelfeinen Zähnen zerbeißen Marder auch Kühlwasserschläuche - Bild VW

Wenn der Schlauch für Kühlmittel zerbissen ist, besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug überhitzt und der Motor beschädigt wird. Auch ein zerstörtes Zündkabel kann zu schweren Folgeschäden führen.

Inzwischen wird das Verhalten der Marder wissenschaftlich erforscht. Ziel der Autoindustrie ist es, ein mardersicheres Auto zu schaffen. Einen interessanten Artikel zu diesem Thema finden Sie hier.

In der Regel sind durch Marder verursachte Schäden mit einer Teilkasko-Versicherung abgedeckt. Die Kosten der Folgeschäden werden nicht von jeder Versicherung übernommen.

Marderschreck Auto

Es gibt einige Hausmittel, die den Marder mittels unangenehmer Gerüche vertreiben sollen. Hierzu gehören Toilettenduftsteine oder Mottenkugeln, die man unter die Motorhaube des Fahrzeuges hängt. Doch diese einfachen Methoden sind nicht besonders wirksam, dies ist auch das Fazit des Marder Abwehr Projekts.

Ein professionelles Marderabwehrspray, mit welchem man den Motorbereich und die Kabel und Schläuche einsprüht, zielt auf den Geruchs- und den Geschmacksinn der Marder ab und ist wirksamer als Hausmittel. Doch auch das Spray ist nicht in allen Fällen wirksam, da Marder sich an seinen Geruch gewöhnen können.

Ultraschallabwehrgeräten geben einen Ton ab, der so hoch ist, dass er für die meisten Menschen nicht zu hören ist. Dieser extrem hohe Ton ist für die sensiblen Marderohren sehr unangenehm. So lassen sich hierdurch auch viele Marder abschrecken, aber leider nicht alle.

Einen besonders guten Marderschutz für das Auto stellt die Kombination von zwei Abwehrmaßnahmen dar. Falls der Marder sich trotz der penetranten Ultraschallabwehr dem Fahrzeug nähert, wird er mit einem hellen Blitzlicht vertrieben. Ebenfalls wirksam ist das Zusammenspiel von Ultraschallabwehr mit der Stromschlagabwehr. Wenn der Marder durch erstere nicht abgeschreckt wird, erhält er einen leichten Stromschlag, der zwar schmerzhaft ist, ihm aber nicht schadet.

Das könnte sie auch interessieren: Welche Schäden können durch Marder an einem Fahrzeug entstehen?

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 29.12.2022









Impressum, Copyright