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Chiptuning: Die besten Tipps

von kfztech.de

Mehr Leistung und Performance oder auch weniger Kraftstoff Verbrauch. Über Chiptuning sind verschiedenen Meinungen und Mythen im Umlauf. Doch was steckt hinter dem Chiptuning? Wir greifen hier einfach einige Mythen rund um das Thema Chiptuning auf und geben Tipps zur Umsetzung. Ein weiterer Punkt beim Chiptuning, wie schaut es nach dem Tuning aus mit Versicherungsschutz, Haftung und der Fahrzeuggarantie? Das alles sind Punkte, welche vor dem Chiptuning des geliebten BMWs einmal genauer geklärt werden sollten.

BMW M340i Touring

Mit dem neuen BMW M340i Touring besitzt man bereits ein Kraftpaket, das eigentlich kein Tuning mehr bräuchte. - Bild: BMW

Chiptuning, die Frage nach der technischen Umsetzung?

Chiptuning am Fahrzeug ist nicht immer damit erledigt, nur einen "Chip" zu tauschen. Bei der fachgerechten Art des Chiptunings gibt es vier verschiedene Möglichkeiten, um die Motorleistung eines Fahrzeuges technisch zu steigern. Doch was sind diese vier Arten? Werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die technische Umsetzung des BMW Chiptunings. Wer jetzt denkt Chip Tuning ist immer mit hohen Kosten verbunden, der irrt. Es gibt durchaus auch einfache Wege. Um mehr Leistung zu erreichen, muss mehr Kraftstoff eingespritzt oder der Ladedruck erhöht werden.

Der einfachste und günstigste Weg ist es, einfach den Widerstand zwischen Temperaturgeber und Motorsteuergerät zu ändern. Durch den geänderten Wert des Widerstands werden dem Steuergerät niedrigere Temperaturwerte übermittelt und folglich wird mehr Kraftstoff eingespritzt. Methode eins erklärt.

Eine weitere, ähnliche Methode ist die Zwischenstecker Variante. Hierbei wird ein Elektronik-Bauteil (Blackbox) zwischen Steuergerät und Einspritzdüse gesteckt. Dadurch wird durch geänderte Sensorwerte wieder mehr Kraftstoff eingespritzt. Somit wäre Methode zwei dargestellt.

Doch es gibt noch zwei weitere technische Möglichkeiten. Schauen wir uns diese nun auch mal genauer an. Es ist durchaus auch möglich, das Motorsteuergerät des Fahrzeugs über die OBD-Schnittstelle neu zu programmieren, bzw. durch eine neue Software zu aktualisieren. Durch diese Art werden direkt mehrere Parameter am Fahrzeugmotor angepasst und optimiert. Es lassen sich beispielsweise der Ladedruck, die Abgasrückführung oder die Einspritzmenge und der Einspritzzeitpunkt anhand der verschiedenen Messwerte wie Ansaugluft Temperatur, Drehzahl oder Gaspedalstellung optimieren. Nach Methode drei, kommen wir nun zu Methode vier. 

Durch eine Elektronikbox, welche zwischen Gaspedal und Motorsteuergerät verbunden wird, ist ebenfalls eine Leistungssteigerung umsetzbar. Bei der "Power Pedal" Methode wird aber nicht die Maximalleistung des Fahrzeuges gesteigert, sondern es wird das Ansprechverhalten des Motors gesteigert. Also mehr Leistung bereits bei wenig Gaspedaldruck. Das waren jetzt kurz erklärt die vier Methoden der Leistungssteigerung am Fahrzeug.  

 

Die Tuning Branche lebt jedoch nicht nur von Leistungssteigerung. Eine weitere Methode der Fahrzeugoptimierung, welche gerade in den aktuellen Umweltdebatten mehr und mehr in den Vordergrund rückt, ist die Art des ECO Tunings. Bei dieser Art der Optimierung wird nicht die Leistung durch mehr Kraftstoff gesteigert, sondern der Kraftstoffverbrauch wird auf ein Minimum reduziert. Die Umsetzung des ECO Tuning kann dabei genau mit den Methoden wie das Leistungssteigerungstuning erfolgen. Also über die gleichen Weisen wie bereits erwähnt. Nur mit anderen Absichten.

Neben den tollen Aspekten, mehr Leistung oder auch weniger Kraftstoffverbrauch zu haben, steht natürlich auch die Fragen nach den Kosten beim Chiptuning. Die Bandbreite der Preise variiert hierbei genau wie die Methoden der Umsetzung. Von einfachen 15 Euro Stecker Lösungen bis hin zu teuren 10.000 Euro Entwicklungskosten für spezielle Tuning Methoden ist alles möglich. Die Aktualisierung eines Motorsteuergerätes für einen durchschnittlichen Mittelklassewagen liegt im Schnitt bei 300 bis 500 Euro.  

Motor Kennfeld Leistung

Ein guter Chiptuner weiß genau welche Kennwerte er  ändern muss. Im Bild ein mit TunerStudio dargestelltes Kennfeld, das die Drehzahl und den Saugrohrdruck als Parameter beinhaltet (Quelle: Tuner Studio) 

Was ist denn beim Chiptuning zu beachten?

Auf dem Weg zur Entscheidung, ob Tuning ja oder nein, sollten auch immer mögliche Folgen beachtet werden. Denn einfach mehr Leistung haben zu wollen, ist nicht der beste Weg, um einfach durch Chiptuning in die Motorsteuerung einzugreifen. Denn Chiptuning erhöht meist die Einspritzmenge an Kraftstoff. Die Schlussfolgerung ist somit, Leistungssteigerung bedeutet auch höhere Verbrauchswerte bei Kraftstoff und Schadstoffausstoß. Einzig bei Turbo Diesel Motoren wird gerne mit Kraftstoffersparnis bei Leistungssteigerung geworben. Jedoch basiert diese Werbung bisher nicht aus stichhaltigen Fakten und Untersuchungen.

Zudem sollte ein Fahrzeug nach dem Chiptuning geprüft und vor allem genehmigt werden. Wird der Eingriff in die Motorsteuerung nicht eingetragen und genehmigt, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges, was auch fatale Folgen auf den Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls mit sich bringt. Auch die Versicherung sollte vorab über Chiptuning informiert werden. Auch bei der Hauptuntersuchung können durch Chiptuning Probleme entstehen, denn bei der Abgasuntersuchung können durch die Leistungssteigerung unter Umständen die Abgaswerte zum Fahrzeug abweichen. Was im schlimmsten Fall keine Abnahme bei der Hauptuntersuchung mit sich bringt.  

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 25.05.2020









 



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