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Autonomes Fahren: Wo stehen wir in der Entwicklung?

von kfztech.de

Autonomes Fahren: Wo stehen wir in der Entwicklung?

Schon seit Jahren sprechen viele Autohersteller von dem Traum, selbstfahrende Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Diese futuristische Vorstellung ist dabei tatsächlich schon viel weiter fortgeschritten, als sich viele Autofahrer vorstellen können. Erste Modelle gibt es schon von zahlreichen Autoherstellern, trotzdem glauben Prognosen erst an eine Einbindung in den Verkehr zwischen 2040 und 2050. Warum die Entwicklung so wichtig ist und welche Fragen dabei noch offenstehen, besprechen wir in diesem Beitrag! 

Robo Taxi Cube

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Continental CEO Dr. Elmar Degenhart und VDA-Präsident Bernhard Mattes im Robo-Taxi CUbE auf der IAA 2019 - Bild Cotinental

Autonomes Fahren bringt Vorteile

Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb selbstfahrende Busse, Autos und Co. im Verkehr viel Sinn ergeben würden. Mit einer vollumfänglich funktionierenden Technologie könnten zahlreiche Unfälle vermieden werden, denn heute sind etwa 90 % der Verkehrsunfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen. Natürlich würde auch das maschinengesteuerte Fahren keine Welt ohne jegliche Unfälle ermöglichen, aber bereits bei einer Reduktion 100 % auf 10 % würden allerdings zahlreiche Leben verschont werden. Außerdem würden dadurch mehr Menschen mobil bleiben, die bedingt durch körperliche Handicaps oder steigendes Alter nicht mehr in der Lage sind, selbstständig am Verkehr teilzunehmen. Bisher gibt es für diese Menschen nur die Möglichkeit, Taxis und andere Fahrdienste in Anspruch zu nehmen, ein selbstfahrendes Auto könnte ihnen aber eine andere Form der Autonomie zurückgeben.

Für die Umwelt wären autonome Fahrzeuge ebenfalls eine Erleichterung, denn der Computer kann bereits im Vorhinein herausfinden, welche Routen besonders umweltfreundlich sind. Staus würden damit viel besser vermieden werden und das belastende Stop&Go-Fahren in der Stadt, bei dem enorme Mengen an Abgasen täglich in die Luft geschleudert werden, könnte damit der Vergangenheit angehören. Der Weg zur Arbeit würde für viele Menschen von einem stressreichen Aufwand zu einer Zeit werden, in der sie sich entspannen können, und damit auch psychologische Verbesserungen bringen.

Wie man sieht, gibt es zahlreiche Gründe, die das autonome Fahren begünstigt!  

Was fehlt noch?

Es gibt verschiedene Aspekte, die bei der Umstellung auf einen Verkehr mit autonomen Fahrzeugen eine Rolle spielen. Natürlich steht dabei die Sicherheit und Funktionalität der Technik an erster Stelle. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Autohersteller, die mit ihren Entwicklungen im Bereich der selbstfahrenden Fahrzeuge sehr weit sind. Vorreiter ist dabei die Firma Waymo in Arizona, die bereits Robotertaxis zur Verfügung stellt. Hier sitzt allerdings immer noch ein Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, um in Notsituationen eingreifen zu können. Bei den letzten Testungen mussten diese Fahrer im Durchschnitt bei 1000 Meilen nur 0,09 Mal selbst eingreifen. Und nach Angaben von Tesla, verfügt jeder Tesla über die entsprechende Hardware, um die Autopilot-Funktionalität im Prinzip schon heute und das vollkomme autonomes Fahren (Stufe 5) in der nahen Zukunft zu ermöglichen. Software-Updates sollen diese Funktionalität im Laufe der Zeit weiter ausbauen und verbessern können.

Deutsche Hersteller wie Daimler sollen laut Experten in der Entwicklung etwa ein bis zwei Jahre hinter den amerikanischen Firmen sein. Dies begründet Daimler aber damit, dass in Deutschland Sicherheit über Schnelligkeit steht und man sich bei der Analyse von Unfalldaten und Fehlschlägen genügend Zeit nehmen möchte.

Auch Autowerkstätten müssen hier langsam im Bereich der KFZ-Elektrik aufrüsten. Wie man bereits bei Elektro-Autos gesehen hat, mussten sich Tankstellen und Werkstätten erst mit der Zeit auf den neuen Bedarf umstellen. Ähnlich wird dies auch bei selbstfahrenden Fahrzeugen sein. Die Fahrzeuge sind mit einer Vielzahl an kleinen Sensoren ausgestattet, die alle möglichen Werte rund um das Fahrzeug in messen können und die Daten in Echtzeit interpretiert werden müssen, um dann auch entsprechend reagieren zu können. Die Technologie dafür steht bereits zur Verfügung, die Wartung muss allerdings gewährleistet sein. Jetzt geht es außerdem darum, diese Daten zu verarbeiten und das ohne Latenzzeit – und hier kommt 5G ins Spiel!

Autopilot Tesla

Rundum arbeiten viele kleine Sensoren, um ein möglichst detailliertes Bild der Umwelt zu erzeugen. - Bild: Tesla

5G verändert viele Sparten

Wer an den neuen Mobilfunkstandard 5G denkt, hat oftmals nur die Smartphone-Kunden im Kopf. Natürlich macht das schnelle Surfen im mobilen Internet einen großen Faktor für den Ausbau des Netzes aus. Die Anforderungen an das mobile Internet werden immer größer, denn Smartphones werden technisch immer aufwendiger und versuchen immer mehr, die Arbeit am PC und das Spielen auf Konsolen zu ersetzen. Spiele wie League of Legends werden mittlerweile für mobile Endgeräte angepasst, das Spielen von aufwendig gestalteten Online Spielautomaten verlagert sich ebenfalls immer mehr auf das Smartphone. In der Spielebranche ist ein eindeutiger Trend wahrnehmbar: Egal ob es sich um Online Casinos, Browserspiele oder komplexe Konsolentitel handelt, der Weg weist Richtung mobil. 5G hat allerdings auch in vielen anderen Sparten einen enorme Relevanz, ganz besonders für das Internet der Dinge.

Dabei handelt es sich um alle Verbindungen, die Computer untereinander haben. Für selbstfahrende Autos handelt es sich dabei z. B. um die Kommunikation von Sensoren mit dem Bordcomputer oder dem Computer mit einer Verkehrs- und Wetterstation. Damit beim Fahren die Sicherheit gewährleistet ist, muss die Latenzzeit dieser Kommunikation im Millisekundenbereich sein. Und das wird mit einem flächendeckenden 5G-Netz möglich. 

Ein autonomer Verkehr, in dem zahlreiche selbstfahrende Autos und Busse unterwegs sind, wird es wohl erst 2040 bis 2050 geben. Bis dahin steckt noch viel harte Arbeit für Autohersteller in der Entwicklung, am Ende wird sich diese jedoch mit Sicherheit lohnen! 

 









 



Impressum, Copyright Autor: Johannes Wiesinger bearbeitet: 19.08.2020