Benutzerdefinierte Suche
kfztech.de Logo    
Kfz-Technik Abkürzungs-ABC Auto-Infos Kfz-Zubehör-Shop kfztech TV Unterricht und Ausbildung
Suche in kfztech.de

Was ist beim E-Auto Laden wichtig?

von kfztech.de

Was ist beim E-Auto Laden wichtig?

Laut Statistik des KBA haben in 2019 die Zulassungen von alternativen Antrieben wie z.B. Elektrofahrzeuge stark zugenommen (+65%). So fuhren z.B. Ende 2019 136.317 E-Autos und 539.383 Hybridfahrzeuge auf deutschen Straßen. In 2020 haben die Zulassungen in diesem Fahrzeugsegment weiter stark zugelegt. Die Akzeptanz für die E-Mobilität wächst. Zur E-Mobilität gehört auch das Laden der Antriebsbatterien. Leider hat aber auch in den letzten Jahren die Steckervielfalt zum Laden von E-Autos zugenommen. Kfztech.de will ihnen deshalb einen Überblick über das Laden von Batterie elektrischen Fahrzeugen (BEV) geben.

E-Auto laden

Beim Laden von E-Autos herrscht teilweise noch eine große Steckervielfalt. - Bild: ionity

AC oder DC laden

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten ein Auto zu laden: Entweder mit Wechselstrom (AC) oder mit Gleichstrom (DC). Wechselstrom hat sich in Haushalt und Industrie durchgesetzt. Der Grund: Es lässt sich über große Distanzen problemlos „transportieren“ und ist dann sofort an der Steckdose einsatzbereit für TV, Kühlschrank oder Licht. Gleichstrom lässt sich hingegen für eine spätere Nutzung in Batterien gut speichern und kann dann in Handys, Zahnbürsten oder auch in E-Auto-Batterien gut genutzt werden.

Will man nun die Antriebsbatterien von E-Fahrzeugen laden, benötigt man also Gleichstrom. An den Ladestationen bekommt man entweder AC bzw. AC und DC. Will man mit AC laden, muss also erst der Wechselstrom im Fahrzeug in Gleichstrom umgewandelt werden. Der dafür zuständige AC/DC-Wandler im Auto ist vergleichsweise langsam. Lädt man hingegen mit DC, dann wurde der Wechselstrom aus dem Netz bereits an der „Zapfsäule“ in Gleichstrom umgewandelt und steht bereit zum Laden der Akkus. Der Ladevorgang läuft dadurch viel schneller ab.

Voraussetzungen für schnelleres Laden

Da beim Laden (und Entladen) von Akkus chemische Vorgänge stattfinden, entscheidet letztendlich die Batterie selbst, wie schnell sie geladen werden kann.

In erster Linie entscheidet ein guter Zustand der Batterie (State of Health, SoC) über die Ladegeschwindigkeit. Sie muss zudem für hohe Leistungen ausgelegt sein und benötigt ein gutes Temperaturmanagement. Strenger Frost im Winter oder hohe Temperaturen im Sommer vermindern die Ladegeschwindigkeit enorm.

Grundsätzlich gilt, dass man seine Traktionsbatterie nur bis zu 80% ihrer Kapazität aufladen sollte. Bis dahin läuft der Ladevorgang nämlich schnell ab, ab 80 % jedoch deutlich langsamer. Was hinzukommt: Lädt man seine Akkus ständig auf 100% auf, reduziert sich auch deren Lebensdauer.

Von ionity wird empfohlen, dass man auf Reisen besser nur bis 50% schnellladen sollte und dafür dann dafür ein zweites Mal nachladen.

Wichtig: Während des Ladens sollten nach Möglichkeit keine Stromverbraucher wie Radio oder Heizung eingeschalten sein. Dies würde die Ladezeit nur unnötig verlängern.

Der richtige Stecker

Es stehen drei verschiedene Möglichkeiten des AC-Ladens zur Auswahl:

  • Laden über den 230V-Netzstecker an der heimischen Steckdose ist die langsamste Methode - max. 3,7kW

  • Laden an einer 400V CEE-Steckdose (Kraftstrom) - max. 22 kW

  • Laden über das On-Board-Ladekabel an der heimischen Wallbox oder an einer öffentlichen Ladestation (Typ 1 oder Typ 2 Stecker) - max. 22 kW

AC-Laden

Laden mit AC - Grafik: The Mobility House

Ebenso gibt es drei Möglichkeiten mit DC zu laden:

  • CHAdeMO-Stecker max. 100 kW

  • Combined Charging System (CCS, Combo 2) max. 200 kW

  • Tesla Supercharger max. 120 kW

DC-Laden

Laden mit DC - Grafik: The Mobility House

Details können den Grafiken entnommen werden.

Es gibt auch Kobinationen dieser Lademöglichkeiten. Der 3-Tripple-Charger z.B. besteht aus 1x Typ 2, 1x Chademo und 1x CCS und kann 50 kW Ladeleistung zur Verfügung stellen. Aufgrund der zuvor beschriebenen Vorteile des Ladens mit Gleichstrom kann für die meisten E-Autos in Europa nur das Laden mit DC und dem Einheitsstecker CCS empfohlen werden. Dies ist auch mittlerweile der am weitesten verbreitete Ladestandard in Europa. Das Elektroauto-Ladekabel ist kompatibel mit fast allen gängigen (und zukünftige) E-Fahrzeugen. Auch der Tesla Model 3 besitzt einen Adapter für das CCS-System.

Allerdings bieten vielen Ladesäulen nur das Laden mit AC und Typ 2 Stecker (3 x 7,4 kW) an, weshalb in der Regel das langsamere AC-Laden zur Anwendung kommt. Detaillierte Infos zu den Ladeleistungen findet man auch auf der Seite von ionity.

Ladebeispiel Mercedes EQC

Am Beispiel des Mercedes Benz EQC sollen die Ladezeiten einmal gegenüber gestellt werden.

Ladestation Ladetechnik Fahrstrecke
    100 km 355 km 445 km
DC Ladestation 400V, 300 A 0:10 h 0:40 h* 1:22 h
AC-Ladstation 400V, 16A, 2-phasig 2:49 h 10:01 h 12:13 h
Wallbox 400V, 16A, 2-phasig 2:49 h 10:01 h 12:13 h
Haushaltssteckdose 230V, 1A, 1-phasig 10:44 h 38:16 h 46:40 h

* optimale Ladedauer 80% an DC-Ladestation

Künftig sollen auch noch höherere Ladeleistungen und kürzere Ladezeiten möglich werden. So sollen bald mit 800 V Ladespannung 350 kW Ladeleistung möglich werden. Dann kann man nach einer 4 minütigen Kaffepause wieder rund 100 km weit fahren.

Wie man Ladesäulen freischalte und was es kostet, wird noch in einem extra Beitrag behandelt werden.

Quellen: ionity, The Mobility House, Mercedes Benz









 



Impressum, Copyright Autor: Johannes Wiesinger bearbeitet: 09.11.2020