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Motorschaden – wie kommt es dazu?

von kfztech.de

Der Motor ist das Herz eines jeden Kraftfahrzeugs. Es ist das Antriebsaggregat. Ist er defekt, geht nichts mehr. Und der Schaden geht auch gleich in die Tausende. Doch was sind die Gründe für einen kapitalen Motorschaden? Lässt er sich verhindern?

Motorschäden können durch falsches Verhalten des Fahrers einerseits, aber auch durch Materialfehler und Verschleiß entstehen. Häufige Ursachen für einen Motorschaden sind:

  • Mangelnde Schmierung

  • Falschbetankung

  • Zahnriemenabriss

  • Motorüberhitzung

  • Zu hohe Drehzahlen

  • Chiptuning / zu hoher Ladedruck

  • Motorschaden nach Softwareupdate?

Mangelnde Schmierung

Eine mangelnde Schmierung ist eine häufige Ursache für einen kapitalen Motorschaden. Wenn der Ölfilm zwischen Kolben und Zylinder einmal reißt, kommt es zu einer starken Reibung verbunden mit großer Hitze, was einen Kolbenfresser nach sich ziehen kann. Die Bewegung der Zylinder wird schlagartig gestoppt, dies führt zu so schweren Schäden an, Zylindern, Kolben, Pleueln und Lagern, dass der Motor im Prinzip nicht mehr reparierbar ist. Aber Mangelschmierung ist häufig auch die Ausfallursache von Turboladern. Auch ein Ventilabriss führt unweigerlich zum Motoraschaden (s. Bild)

Motorschaden

Ein abgerissenes Ventil hat diesen Motor gekillt - Bild: kfztech.de

Eine regelmäßige Ölkontrolle ist deshalb enorm wichtig. Moderne Autos verfügen zwar über einen Ölsensor, der einen zu geringen Ölstand und auch Ölalterung erfasst, trotzdem sollte man besonders vor längeren Fahrten den Blick unter die Motorhaube wagen, und den Ölstand kontrollieren und ggf. berichtigen.

Auch die Verwendung des richtigen Motoröls ist wichtig. Besonders bei Motoren, die verlängerte Serviceintervalle besitzen, muss darauf geachtet werden, dass das richtige Long Life Öl beim Ölwechsel und beim Nachfüllen verwendet wird. Dabei ist immer auch ein neuer Ölfilter einzusetzen.

Manche Autofahrer wollen Geld sparen, indem sie einen fälligen Ölwechsel hinausschieben. Aber Öl unterliegt der Alterung, denn auch die Additive sind irgendwann verbraucht. Zudem lagern sich mit der Zeit Abrieb, Staub und Verbrennungsrückstände im Öl ab und verschmutzen es. Durch häufige Kaltstarts wird das Motoröl zusätzlich durch den Kraftsoff verdünnt. Bei Dieseln wird das Öl dagegen durch den Ruß sogar verdickt. Die Folgen all dessen: Die Schmierfähigkeit wird herabgesetzt und der Motorverschleiß steigt.

Für den Autofahrer gilt deshalb:

  • Regelmäßige Ölkontrolle

  • Regelmäßiger Öl- und Filterwechsel

  • Richtiges Öl verwenden

  • Benziner: Bei vielen Kurzstreckenfahrten und Kaltstarts, hin und wieder mal eine längere Überlandfahrt einplanen

Natürlich kann es aber auch durch vorzeitigen Materialverschleiß zur Mangelschmierung kommen. So ist es beispielsweise zu einem Motorschaden beim VW Passat gekommen. Bei einigen VW Passat Modellen war nämlich der Antrieb der Ölpumpe etwas schwächer ausgeführt worden, so dass dieser häufig brach. Die Ölpumpe konnte nicht mehr arbeiten so ies es zu Motorschäden gekommen.

Falschbetankung /Fehlbetankung

Kundin tnakt Benzin

Ein Blick auf die richtige Kraftstoffsorte ist nötig, um nicht falsch zu tanken - Bild: Aral

Von Fehlbetankung spricht man, wenn man die falsche Sorte Kraftstoff tankt, also Super statt Diesel oder umgekehrt. Der schlimmere Fall ist Ersterer. Wenn man also versehentlich Superkraftstoff statt Diesel tankt, kann es zu einem Motorschaden kommen. Der Grund: Die Hochdruckpumpen moderner Diesel wie z.B. Common Rail oder Pumpe Düse werden durch den Dieselkraftstoff geschmiert. Dies vermag Ottokraftstoff jedoch nicht. Durch die höhere Reibung entsteht Verschleiß, der zum Ausfall der kompletten Kraftstoffanlage führt. Aber auch metallischer Abrieb kann in den Motor gelangen, was hier ebenfalls zu Schäden führen kann. Viele Bauteile müssen gewechselt werden, ein immenser Aufwand für die Instandsetzung und teure Kosten.

Bei der Falschbetankung ist es wichtig, schnell zu reagieren. Hat man Super getankt und merkt dies gleich noch, soll man keinesfalls mehr starten und das Auto zur Werkstatt bringen lassen. Dort muss der Tank komplett entleert und gereinigt werden. Wurde der Motor bereits gestartet muss die komplette Kraftstoffanlage ebenfalls gründlich gereinigt und gespült werden. Hat man die Fehlbetankung nicht bemerkt, riskiert man einen Motorschaden, der sich durch Klopfen ankündigt.

Seltener kommt es vor, dass man Diesel bei Ottomotoren einfüllt, weil die Zapfpistole für Diesel einen größeren Durchmesser besitzt und nicht in die Einfüllöffnung bei Benzinern passt. Kommt es hier trotzdem zur Fehlbetankung springt der Motor allenfalls nicht an, da die Kompression des Benziners zu gering ist. Jedoch ist das Kraftstofffilter mit Dieselkraftstoff verschmutzt. Filter und Leitungen sind zu reinigen. Hier wird auf jeden Fall auch ein Werkstattaufenthalt nötig.

Zahnriemenabriss

Zahnriemenabriss

Wenn der Zahnriemen reißt, kann es zu einem teuren Motorschaden kommen - Bild: Gates

Wenn der Zahnriemen reißt, wird es plötzlich still, weil der Motor nicht mehr läuft. Man kann nur noch ausrollen. Bei vielen Motoren kommt es durch den Zahnriemenriss auch zu einem Motorschaden. Der Grund: Die Nockenwelle dreht nun nicht mehr und mindestens eines der offen stehenden Ventile stößt mit dem nach oben gehenden Kolben zusammen, da sich die Kurbelwelle ja noch weiter dreht. Ventile, Kolben und Pleuel werden hier in der Regel beschädigt, was ebenfalls eine teure Reparatur oder einen Motortausch nach sich zieht.

Zahnriemen halten in der Regel sehr lange. Die Austauschintervalle liegen hier je nach Hersteller zwischen 60.000 und 180.000 Kilometer. Wichtig für die Autofahrer ist es deshalb, unbedingt die vorgeschriebenen Intervalle einzuhalten. Auch beim Gebrauchtwagenkauf sollte man deshalb überprüfen, ob der Zahnriemenwechsel bereits erledigt ist. Da der Hightech-Gummi Zahnriemen aber auch der Alterung unterliegt, sollte er spätestens nach sechs Jahren erfolgen.

Überhitzung

Druckverlust

Druckverlust! Der Zafira hatte zu wenig Kühlwasser, überhitzte und der Motor verzog sich - Bild: kfztech.de

Neben der richtigen Schmierung zählt die Kühlung zu den entscheidenden Kriterien, dass es dem Motor „gut geht“. Deshalb gilt es dafür zu sorgen, dass es dem Motor nicht zu heiß wird. Besonders an heißen Tagen, sollte man nicht nur die Klimaanlage im Blick haben, sondern auch die Temperaturanzeige nicht vergessen. Eine Überhitzung des Motors kann schnell zu einem verzogenen Zylinderkopf oder noch größeren Schäden am Motor führen. Die regelmäßige Kontrolle des Kühlerstands ist deshalb sehr wichtig. Ist zu wenig Kühlflüssigkeit im Ausgleichsbehälter muss dies im richtigen Mischungsverhältnis aufgefüllt werden. Die Überhitzung des Motors durch zu geringen Wasserstand wird beim Stehen im Stau häufig noch verstärkt, weil hier die kühlende Wirkung des Fahrtwinds fehlt.

Wie reagiert der Autofahrer nun, wenn die die Temperatur des Motors zu hoch werden sollte? Das Fahrzeug an einer ungefährlichen Stelle anhalten und den Motor abstellen. Danach die Motorhaube öffnen und den Motor abkühlen lassen. Wenn schon Kühlflüssigkeit oder Wasserdampf austritt, sollte man keinesfalls mehr weiterfahren, sondern die Werkstatt anrufen und sich abschleppen lassen. Auch sollte man keinesfalls den Deckel des Ausgleichsbehälters öffnen, da hier die Gefahr von Verbrühungen besteht.

Zu hohe Drehzahlen

Kolbenfresser

Ein typischer Kolbernfresser, nach untern hin etwas abnehmend - Bild: MSI-Motorservice

Eine vermeidbare Ursache für Motorschäden ist auch das Überdrehen des Motors. Wer gern sportlich unterwegs ist, übersieht unter Umständen, welchen Belastungen Motoren ausgesetzt sind. Deshalb wirkt sich eine schonende Fahrweise verschleißmindernd und lebensverlängernd für jeden Motor aus. Nicht umsonst halten Formel 1 Motoren, mit Drehahlen um 18.000 pro Minute oft nur ein Rennen durch.

Beim Überdrehen des Motors steigt die Temperatur stark an. Dies wirkt sich besonders auf die Zylinder, Kolben, Ventile und die Lager aus. Der Abriss des Ölfilms am Zylinder ist dann nicht mehr weit.

Um den Motor nicht in den roten Bereich zu bringen, ist deshalb das rechtzeitige Hochschalten wichtig. Aber auch falsches Herunterschalten kann ein Überdrehen des Motors zur Folge haben. Schaltet man zum Beispiel versehentlich vom 4. in den 1. Gang und kuppelt ein, kommt der Motor schlagartig in einen Drehzahlbereich, in dem Motorteile zu Bruch gehen können.

Chiptuning / zu hoher Ladedruck

Chiptuning Boot Pin

Ein ausgebautes Steuergerät wird programmiert - Bild: kfztech.de

Viele Dieselfahrer wollen gerne das Drehmoment und die Leistung ihres Selbstzünders mittels Chiptuning erhöhen. Dabei wird in der Regel der Ladedruck im Kennfeld des Motorsteuergeräts erhöht. Die Drehzahl des Turboladers steigt, es wird mehr Luft geladen. Dadurch kann nun auch mehr Kraftstoff verbrannt werden, was das Drehmoment und auch die Leistung erhöht. Geschieht dies seriös innerhalb bestimmter Grenzen, ist dagegen nicht viel einzuwenden.

Übertreibt man jedoch die Maßnahme bzw. wird nur im Steuergerät herumgepfuscht und nicht auch z.B. die Zündung mitangepasst, verschlechtert sich das Abgas und überhöhte Temperaturen, Einspritzdrücke und Turbolader-Drehzahlen können zu Defekten an Turbolader und Partikelfilter führen. Im schlimmsten Fall kann es auch zu einem Motorschaden kommen. Deshalb empfiehlt kfztech.de nur seriöses Chiptuning zu betreiben. Eine Ladeluftkühlung und besonders klopffestem Kraftstoff werden ebenfalls empfohlen.

Motorschaden nach Softwareupdate?

In Presse und Internet wird in letzter Zeit häufig darüber berichtet, dass es, aufgrund der durch den Abgasskandal vorgeschriebenen Software Updates, bei bestimmten VW-Motoren vielfach zu Ärger gekommen sei. Fahrer berichten (u.a. bei auto, motor und sport) vermehrt von Problemen mit der Abgasrückführung und Partikelfiltern nach dem Update ihres Diesels. So soll der Der PDF bereits nach einigen Hundert Kilometern wieder zu gewesen sein. Auch vom Ausfall des AGR-Ventils ist die Rede. VW bestreitet jedoch einen Zusammenhang mit dieser Aktion. Fachleute der EU befürchten laut SPIEGEL-Informationen, dass die vom Abgasskandal betroffenen VW-Dieselautos nach einer Umrüstung schneller verschleißen. Eine Garantieerklärung will der Autohersteller nicht geben.

Fazit

Motoren im Kraftfahzeug leisten Schwerstarbeit. Und es ist eigentlich schon fast verwunderlich, welche Laufleistungen sie oft meist unbeschadet meistern. Dass es hin und wieder auch zu Motorschäden kommen muss, ist klar. Der Fahrer kann aber durch besonnenes Fahren und einer regelmäßigen Wartung und Pflege seines Motors dazu beitragen, dass dieser auch möglichst lange durchhält.

 


Autor: Johannes Wiesinger

bearbeitet: 20.09.2018









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